Hintergrund • Schüsselmontage ohne bohren, Teil 2

Vorgehensweise

 erstellt am 05.07.2010
 
 
Nachdem der Standfuß auf den vorbereiteten Platten abgesetzt wurde, ist er mit Waschbetonplatten zu beschweren
Bild: Auerbach Verlag
Mithilfe der Sechskantschrauben, die als Füße dienen, wird das Gestell ins Lot gebracht
Bild: Auerbach Verlag
Mittels einer Rohrschelle wird der Standfuß mit der Blitzschutzanlage verbunden
Bild: Auerbach Verlag

Der Standfuß muss so auf dem Hausdach aufgestellt werden, dass er keinesfalls die Dachisolierung beschädigt. Zuerst ist die Beschüttung in der Größe des Standfußes zu beseitigen und das darunterliegende Flies von Verunreinigungen zu säubern. Anschließend werden darauf 10 mm dicke Hartgummiplatten aufgelegt. Sie haben eine Größe von 60 x 60 cm und dienen zum Schutz des Hausdachs.
 
Die Hartgummiplatten wiederum werden mit 40 x 40 cm großen Betonplatten mit gerader Oberfläche beschwert. Diese bilden die Standfläche für den Standfuß und sorgen für eine großzügige Gewichtsverteilung des Antennenträgers.
 
Die zuvor entfernte Beschüttung wird nun wieder auf dem Arbeitsbereich verteilt, sodass die Betonplatten bündig mit ihr abschließen. Nun kann der Standfuß auf der vorbereiteten Stellfläche platziert werden. Dieser allein wäre jedoch viel zu leicht: Er ließe sich nicht nur verrücken, sondern könnte bei Sturm sogar umkippen.
 
Da beides nicht geschehen sollte, ist er mit Waschbetonplatten zu beschweren. Bei der Konstruktion von Herrn F. kommen pro Ebene vier solcher Platten mit einer Kantenlänge von 50 cm zum Einsatz.
 
Damit das Ganze einen wirklich sicheren Stand hat, sind Waschbetonplatten in drei Ebenen vorgesehen. Insgesamt ergeben sich also zwölf Stück mit einem Gewicht von je 20 Kilogramm (kg), sodass der Standfußs mit ca. 240 kg beschwert wird. Praktisch: Sollte mehr Standfestigkeit gewünscht werden, legt man einfach weitere Platten darauf.
 
Fürs Erste genügt es jedoch, die Vorrichtung mit einer Plattenreihe zu beschweren. Damit gewinnt die Konstruktion bereits an Standfestigkeit und lässt sich dennoch relativ leicht auf Lot bringen. Bei voller Beladung wäre dies weitaus schwieriger. Nach der optimalen Ausrichtung des Standfußes wird dieser mit dem vollen Gewicht beladen und nochmals seine Ausrichtung kontrolliert.

Montage

Die Antenne wurde relativ weit unten montiert. Damit kommt bei Sturm nur eine geringe Hebelwirkung zum Tragen
Bild: Auerbach Verlag

Entsprechend den Vorgaben der Hausverwaltung ist der Standfuß mit der vorhandenen Blitzschutzanlage zu verbinden. Dazu werden die gleichen Materialien verwendet, die bereits am Hausdach verbaut sind. Bei Herrn F. ist dies feuerverzinkter Stahldraht mit einem Durchmesser von 10 mm. Darüber hinaus können bei Blitzschutzanlagen Drähte aus Aluminium oder Kupfer zum Einsatz kommen, ferner sind Flachbänder möglich. Je nach Entfernung zur Bestandsanlage können Abstandshalter erforderlich sein.
 
Bei der Anlage des Herrn F. wird der Blitzschutzdraht mit einer Rohrschelle am Standfuß und einer Verbindungsklemme mit der Blitzschutzanlage verbunden. Der verwendete Standfuß ist für eine 90-cm-Antenne vorgesehen. Auch etwas größere Spiegel bis beispielsweise 1,2 m Durchmesser würden sich anbieten. Es können außerdem alle Typen von Satellitenanlagen montiert werden: Neben einer fix auf einen Satelliten ausgerichteten Schüssel könnte ebenfalls eine Multifeed- oder drehbare Antenne zum Einsatz kommen.

Problemfall Kabel

Auf dem Dach wird das Kabel in der Beschüttung vergraben. Die Steine verdecken die Antennenkabel
Bild: Auerbach Verlag

Wie gelangen nun die Kabel zum Receiver? Hier gilt nämlich ebenfalls das Bohrverbot. Es bleibt eigentlich nur die "fliegende Verlegung" über die Brüstung und Außenwand bis zu einem Fenster der eigenen Wohnung übrig. Diese Variante ist freilich nur dann möglich, wenn man im obersten Stockwerk wohnt, so wie Herr F. Da sich dadurch die außen sichtbaren Kabellängen auf ein vernachlässigbares Minimum beschränken, fallen sie nicht auf. Derartig kleine Details vermag man von der Straße aus sowieso kaum auszumachen.
 
Um dem Kabel dennoch weitgehenden Schutz zu bieten, wurde es in der Beschüttung des Dachs vergraben. Damit wird es bei Sturm nicht herumgeweht und stellt auch keine potenzielle Stolperfalle dar. Die frei liegenden Bereiche sind idealerweise durch ein schützendes flexibles Rohr oder dergleichen zu führen, was konkret den Nahbereich direkt bei der Antenne und den Weg des Kabels über die Brüstung betrifft.
 
Ganz ohne bohren geht es nun doch nicht, denn die Kabel müssen schließlich in die Wohnung gelangen. Eine simple und schonende Möglichkeit besteht darin, den Fensterrahmen an einer Ecke anzubohren. Das Loch lässt sich, so es eines Tages nicht mehr benötigt wird, unauffällig mit Silikon oder Ähnlichem verschließen.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Dienstag, 06.07.2010