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  • Hintergrund • Schwere Zeiten für Hacker

  • Schwere Strafen für Pay-TV-Piraten

 erstellt am 28.03.2011 von Ricardo Petzold

Noch vor zwei Jahren hatten es Hacker ziemlich einfach, ohne Investitionen an Pay-TV zu kommen. Viele Verschlüsselungssysteme von über Satellit und Kabel verbreiteten Pay-TV-Angeboten waren ausgehebelt. Dies hat sich 2009 und 2010 geändert.

 
 

Das Katz-und-Maus-Spiel um geknackte Verschlüsselungssysteme ging monatelang durch die Medien. Der Sky-Vorgänger Premiere versuchte durch Key-Wechsel zwischen den Bundesligapartien immer wieder, den Hackern den Spaß am runden Leder zu vermiesen. Schnell war allerdings klar, dass die Pay-TV-Piraten am längeren Hebel saßen und die sogenannten Schlüsselcodes prompt im Internet veröffentlichen konnten. Abhilfe schuf damals nur ein Kartentausch. Auch wenn bis dahin die Vergangenheit gezeigt hatte, dass dieser nicht immer den gewünschten Erfolg bringt, kann heute gesagt werden, dass sich der Wechsel auf eine neue Kartengeneration sowohl für das heutige Sky als auch für viele andere Pay-TV-Anbieter in Europa bezahlt gemacht hat. Die meisten Programmpakete gelten heute als sicher. Derzeit kann kein großer Provider in Europa mittels sogenannter Piratenkarten oder gar Emulatoren, welche im Betriebssystem eines Digitalreceivers implementiert sind, empfangen werden.
Mit einigen Modulen lassen sich sämtliche Smartcards nutzen, obwohl keine Lizenz vorliegt
Bild: Auerbach Verlag

Gerüchte über Hack


Seit September 2010 kursieren immer wieder Gerüchte, dass es Hacker-Gruppen gelungen sei, die von Sky Deutschland eingesetzten Codiersysteme Nagravision und Videoguard auszuhebeln. Allerdings ist mittlerweile davon auszugehen, dass es sich dabei um bewusst gestreute Falschmeldungen einzelner Personen im Internet handelt. Auch die angekündigten neuen Karten sind bisher nicht aufgetaucht. Schon in der Vergangenheit wurden von diversen Leuten im Internet immer wieder derartige Gerüchte gestreut, an denen nie etwas dran war.

Schwere Strafen

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Vor allem Geräte mit Ethernet-Schnittstelle sind bei sogenannten Cardsharern sehr begehrt
Bild: Auerbach Verlag

Viele Hacker dürften auch die in letzter Zeit gefallenen Urteile abschrecken. Erst im Oktober 2010 sind in Belgien Pay-TV-Piraten zu Schadensersatz und bis zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Sky Deutschland wurde in dem Prozess die Rekordsumme von über zwei Millionen Euro zugesprochen. Die Verurteilten verkauften laut einer Aussage der AEPOC, des europäischen Verbands zum Schutz verschlüsselter Werke und Dienste, demnach von 2006 bis 2008 illegale TV-Zugangskarten nach Deutschland und Österreich. Das Gericht verurteilte in erster Instanz zwei der Angeklagten zu 18 bzw. acht Monaten Gefängnisstrafe. Zwei weitere Personen erhielten Bewährungsstrafen, ein Angeklagter wurde freigesprochen, hieß es weiter. Zusätzlich wurde Sky Deutschland ein Schadensersatz in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro zuzüglich Zinsen und weiterer Ausgleichszahlungen zugesprochen.
 
1,85 Millionen Euro allein müssen der zu 18 Monaten Verurteilte sowie eine juristische Person zahlen, teilte der Verband mit. Wie AEPOC weiter mitteilte, handelt es sich damit um das erste Gerichtsurteil einer solchen Größenordnung, in dem Pay-TVPiraten mit empfindlichen Freiheitsstrafen sowie hohen Schadensersatzleistungen entsprechend dem tatsächlich entstandenen Schaden bestraft wurden. Gegenstand des Verfahrens waren mindestens 5 700 Karten, die zu einem Stückpreis von 75 Euro verkauft wurden. In Kombination mit einer im Internet verfügbaren Software und Folgeupdates ermöglichten die Karten teils über Jahre hinweg den illegalen Zugang zu den Angeboten des Sky-Vorgängers Premiere.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Montag, 28.03.2011
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