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  • Serbien: Avala Television steht nach Dauerstreik vor dem Aus

30.01.2012, 15:48 Uhr, sv

Nach 40 Tagen Dauerstreik und fünf Monaten ohne Gehaltszahlungen steht der hochverschuldete serbische Fernsehsender Avala Television offenbar vor dem Aus. Die streikenden Mitarbeiter versuchen derzeit, das Sendergebäude zu übernehmen, um den noch bestehenden Minimalbetrieb zu stoppen.


Bei ihrem Versuch, das Sendergebäude zu betreten, wurde die Mitarbeiter von fünf Sicherheitskräften aufgehalten, wie das Online-Magazin "Balkan Insight" am Montag berichtete. Seit dem Beginn der Streiks am 22. Dezember wird der private Sender auf Sparflamme von unbekannten Personen weiterbetrieben. Die Übertragung von Live-Sendungen und Nachrichten wurde gestoppt, in einer Ecke des Bildes zeigt ein Counter die Anzahl der Streiktage an.
 
Währenddessen kündigte das serbische Kultusministerium an, sich nicht in den Konflikt einschalten zu wollen, da die finanziellen Probleme von TV Avala nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fielen. Der Belgrader Sender hatte schon kurz nach seiner Gründung 2006 finanzielle Probleme. 2010 soll der Schuldenberg nach übereinstimmenden Medienberichten bereits auf 25,7 Millionen Euro angewachsen sein. Der jährliche Umsatz belief sich im Gegenzug auf lediglich 2,6 Millionen. Nachdem die Bankkonten des Senders teilweise gesperrt wurden, stellte TV Avala Mitte des vergangenen Jahres schließlich Gehaltszahlungen komplett ein.

Anfang Januar hatte das Unternehmen der staatlichen Rundfunkbehörde RRA als Schlichter angeboten, den Mitarbeitern eineinhalb Gehälter bis Ende des Monats auszuzahlen sowie ein weiteres Monatsgehalt bis Ende Februar. Die streikenden Mitarbeiter sind von dem Angebot jedoch alles andere als überzeugt. Für Nikola Vukomanovic, Nachrichtensprecher bei TV Avala, sind es nichts als leere Versprechungen, welche bisher auf den Konten der Mitarbeiter keinen Unterschied gemacht haben.
 
Daher gebe es nun keine Chance mehr, die Ziele der Belegschaft auf legalem Wege zu erreichen ohne radikale Vorstöße zu machen. Sollten die Mitarbeiter es schaffen, in die Produktionsräume zu gelangen und TV Avala abzuschalten, könnte die RRA dem Sender sofort die Rundfunklizenz entziehen.
 
Momentan halten der serbische Geschäftsmann Danko Djunic (45,65 Prozent) und die österreichische Firma Greenberg Invest (48,41 Prozent) die Hauptanteile des Senders. Weitere Teilhaber sind der serbische Medienmogul Zeljko Mitrovic mit 4,95 Prozent sowie das Wirtschaftsinstitut mit 0,99 Prozent. Im Oktober 2008 stand die deutsche RTL Group kurz vor einer Übernahme von 49 Prozent der Senderanteile für insgesamt 45 Millionen Euro, zog sich schließlich jedoch vom Kauf zurück.
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