Smart Home: Wie vernetze ich mein Haus?

24.07.2017, 19:40 Uhr, fp

Telefon, Computer, Smart TV, Rasenroboter und Alarmanlage – Die Liste der Geräte in und um den Haushalt herum wird immer länger. Verbraucher nutzen gerne die Möglichkeit, ihre Haushaltsgeräte und die gesamte Haustechnik zu vernetzen. Wie Verbraucher ihr Haus selber vernetzen können, zeigen wir Ihnen hier.


Ein Haus mit smarten Geräten und smarter Technik auszustatten, kann dazu führen, dass die eigenen vier Wände nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler und sparsamer bewohnt werden. Zum Beispiel lässt sich mit einer intelligenten Steuerung Heizenergie einsparen. Experten sprechen dabei von bis zu 30 %, die sich mit einer smart arbeitenden Heiztechnik herausholen lassen. Bei einem Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Verbrauch können das schon leicht einige hundert Euro im Jahr sein.
 
Das Bundesumweltamt geht bei optimal eingestellten Smart Homes von positiven Effekten für die Umwelt aus, konstatiert allerdings, dass Verbraucher und ihr Verhalten durch die smarte Verknüpfung zu gläsernen werden könnten. Die Daten werden über das Internet übertragen und sind dadurch generell Angriffen ausgesetzt, Datenklau und Hackerrisiko inklusive. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der sich für ein Smart Home entscheidet. Die Vorteile allerdings sind überwältigend.
 

  • Smart Homes senken Energiekosten, zum Beispiel durch intelligente Heiztechnik.
  • Smart Homes helfen bei der Bevorratung, zum Beispiel durch den intelligenten Kühlschrank, der verderbende Lebensmittel bemerkt und Mengen zum Nachkauf vorschlägt.
  • Smart Homes schenken Sicherheit durch eingebundene Alarm- und Überwachungsanlagen.
  • Smart Homes verschaffen mehr Freizeit: Smarte Roboter übernehmen die Reinigung und Pflege von Räumen und Außenanlagen.
  • Smart Homes sorgen für erhöhten Komfort. Das geschieht durch viele kleine Dienste wie diese:
  • Der Fernseher nimmt Lieblingsserien auf und bietet zum Beispiel wie der Streaminganbieter Netflix aktiv spezielle Serien und Filme an. 
  • Sie schalten automatisch versehentlich nicht abgeschaltete Backöfen und Bügeleisen ab.
  • Sie schicken eine Nachricht, wenn jemand unerlaubt das Haus betritt.
  • Sie schließen die Jalousien und schalten das Licht ein, wenn es dunkel wird.

 
 
 
 
Bei der Vielzahl der Möglichkeiten, die Technikanbieter für die Ausstattung eines Smart Homes bereithalten, kommt schnell eine große Anzahl von Geräten zusammen, die allesamt ins System eingebunden werden müssen. Das Ganze soll natürlich möglichst ohne unschönen "Kabelsalat" geschehen.

Die Zentrale im Zählerschrank


Da, wo früher der alte Zählerschrank war, hängen heute wahre Multimediazentralen. Man kann sie mit gutem Gewissen so bezeichnen, denn hier laufen sämtliche Komponenten der Energieverteilung zusammen. Zentral werden Telefongeräte, internetfähiges TV, smarte Kühlschränke, Alarmanlagen und einiges mehr in der Multimediazentrale gebündelt und von dort aus werden sie durch die gesamte Wohnung verteilt.
 
Eine strukturierte Leitungsführung ist das A und O, um das nachträglich vernetze Smart Home ohne störende Kabelstränge zu realisieren. In einem Neubau übernimmt die Elektrofirma diese Aufgaben und platziert von vornherein die Technik professionell und installiert am gewünschten Ort Anschlüsse und Buchsen. 
 
Wer nachrüstet, greift auf alternative Lösungen zurück. Die Kabelführung in der Sockelleiste ist eine intelligente und nützliche Lösung. Die Anschlüsse lassen sich mit einem Patchpanel für die Aufputz-Montage ebenfalls nachträglich an jedem beliebigen Ort in der Wohnung anbringen. Die Kombination aus kabelführenden Sockelleisten und Patchpanels ist eine optisch ansprechende Lösung, die sich in jede Wohnung unauffällig integrieren lässt.  So wird auch aus Alt- und Bestandsbauten ein smartes Home mit allem Komfort.

Kosten fallen höchst unterschiedlich aus


Die Kosten für die Installationsarbeiten sind variabel. Sie orientieren sich an der Vernetzungstechnik, die im Haus verbaut wird. Diese richtet sich wiederum nach der Zahl der Endgeräte, die zu versorgen sind. Die Verbraucherzentralen informieren darüber, dass erste Grundausstattungen für unter 1.000 € zu haben sind. Sie empfiehlt außerdem, sich für ein offenes System zu entscheiden. 

Ein generelles Kriterium bei der Auswahl der Smart Home Lösung ist, ob es sich um ein kabelbasiertes System oder um ein funkbasierte System handeln soll. Kabelbasierte Systeme sind kostenintensiver, Funksysteme gehen weniger stark ins Geld. Allerdings haben sie einen unschlagbaren Vorteil: Kabelgebundene Systeme bieten eine viel schnellere Datenübertragung und haben zudem im Vergleich zu Funksystem eine wesentlich geringere Ausfallquote. Dafür sind funkbasierte Systeme einfach zu installieren und gut geeignet, wenn lediglich einzelne Geräte punktuell smart benutzt werden sollen. Ebenfalls ist es möglich, beide Systeme miteinander zu kombinieren. In jedem Fall ist eine präzise Vorplanung nötig, um die optimale Lösung für die eigenen vier Wände zu konzipieren.

Offene und geschlossene Systeme: Die Unterschiede


Offene Systeme gibt es von unterschiedlichen Anbietern, die verschiedene Standardlösungen unterstützen. Verbraucher können in offenen Systemen Geräte unterschiedlicher Hersteller miteinander kombinieren. So lassen sich zum Beispiel Bluetooth Geräte und WLAN-fähige Geräte genauso einbinden, wie ZigBee und KNX. Damit bleiben Verbraucher langfristig flexibel und können Funksysteme und kabelgebundene Systeme gleichermaßen nutzen.

Bei geschlossenen System hingegen sind sie auf einen einzelnen Anbieter angewiesen. Geschlossene Systeme lassen Geräte anderer Hersteller grundsätzlich nicht so. Liefert der gewählte Anbieter für eine gewünschte Leistung nicht die nötige technische Lösung, müssen Verbraucher das hinnehmen und haben keine Alternative.

Ausblick: Smart Home und Smart Meter sparen Stromkosten


Bei so viel Technik befürchten Verbraucher, dass der Strombezug nach oben schnellt. Auch für diese Entwicklung gibt es bereits Lösungen, die langfristig dafür sorgen sollen, die Stromkosten gering zu halten. Eine Option ist es, dass nicht nur die Elektrogeräte untereinander vernetzt sind, sondern auch, dass aktuelle Informationen zu Strompreisen beim Energiebezug Berücksichtigung finden. So lassen sich beispielsweise verschiedene Elektrogeräte darauf einstellen, dass sie nur dann eingesetzt werden, wenn der Strompreis besonders niedrig ist. Die Hersteller von Elektrogeräten sind darauf vorbereitet, dass schon bald offene Strommarktpreise verfügbar sind und bieten schon heute die so genannten Smart Meter an. Diese Geräte zeichnen auf, wann Haushalte wie viel Strom verbrauchen und helfen auf dieser Grundlage haushaltsspezifisch beim Energiesparen. Die Energielieferanten allerdings halten bislang die Impulse bezüglich der Preise zurück und geben die nötigen Informationen (noch) nicht an den Endkunden weiter. Dass sich das zukünftig ändern wird, ist zu erwarten.

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