Spacecom erklärt Amos 5 zum Komplettverlust

15.01.2016, 15:07 Uhr, kw

Der Satellitenbetreiber Spacecom erklärte den seit November im All verlorene Rundfunksatelliten Amos 5 auf 17 Grad Ost als Komplettverlust. Afrika bereitet der Ausfall große Probleme.


Der israelische Satellitenbetreiber Spacecom hat seinen verlorenen Satelliten Amos 5 für tot erklärt. Gegenüber dem Onlineportal IT Web Africa offenbarte der Betreiber der Amos-Flotte, dass zu dem Kommunikationssatelliten seit November kein Kontakt mehr besteht und dieser daher als Komplettverlust abgeschrieben wird.


Dem Sprecher zufolge schlugen alle Bemühungen, die Verbindung zwischen der Bodenstation und Amos 5 wieder herzustellen, fehl. Da Amos 5 über keine Backup-Kapazitäten verfügte, hat sich sein Ausfall in Afrika bei der Kommunikationsversorgung deutlich bemerkbar gemacht. Der auf der Orbitalposition 17 Grad Ost positionierte Rundfunksatellit stellte TV- und Radiosendern Kapazitäten für den mittel- und südafrikanischen Raum zur Verfügung. Ferner hatte er auch zur Bereitstellung von Internet über Satellit gedient.

Die von Amos 5 bereitgestellten Pakete sind Ende November nicht mehr verfügbar. Spacecom ist den Anbietern derweil bei der Suche nach Ausweichkapazitäten behilflich und betrachtet den Ausfall des Satelliten als Schadensfall. Dafür hat der Satellitenbetreiber einen Anspruch auf 158 Millionen Dollar von seiner Versicherung, das entspricht rund 145 Million Euro. Das ebenfalls von dem Ausfall betroffene deutschsprachige Satellio-Angebot hat inzwischen auf Astra 4,8 Grad Ost eine neue Heimat gefunden.  

Am 21. November war zwischen Amos 5 und der Bodenstation der Kontakt abgebrochen. Seitdem gelang es Spacecom nicht den verlorenen Satelliten unter Kontrolle zu bringen. Neben Amos 5 gehören noch zwei weitere Satelliten zur Spacecom-Flotte, ein vierter soll in diesem Jahr platziert werden.

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