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  • Hintergrund • Spiegelreflex oder Camcorder?

  • Mehr Durchblick!

 erstellt am 30.06.2011 von Christian Hill

Dass Hosentaschenkameras den Filmdreh beherrschen, ist inzwischen selbstverständlich. Mit digitalen Spiegelreflexkameras erreicht der mobile Dreh aber ein neues Qualitätslevel. Wir verglichen Mittelklassekamera und Camcorder.

 
 
In den Objektiven der neueren Generation von Canon ist bereits der Bildstabilisator integriert. Im Gegensatz zum Camcorder kann im Filmmodus der Autofokus jedoch nicht aktiviert werden
Bild: Auerbach Verlag

Vor nicht allzu langer Zeit war die Welt der Aufnahme noch klar strukturiert: Sollten sich die Bilder bewegen, griff man zum Camcorder, sollte nur ein besonderer Augenblick festgehalten werden, wurde dies klassisch mit der Fotokamera erledigt. Doch die Technik bleibt nicht stehen und so wurden mit rasanter arbeitenden Bildprozessoren nicht nur hochauflösende Formate wie z. B. HDV und AVCHD, sondern auch Mischformen aus den ehemals unterschiedlichen Aufnahmegeräten möglich.
 
Dabei war es ursprünglich der Camcorder, der als erstes Gerät den Sprung ins "feindliche Lager" wagte. Damit ist nicht das Standbild gemeint, deren Aufnahme bei Camcordern schon ein alter Hut ist. Gemeint sind Fotografien, die das eigentliche Auflösungsvermögen der HD-Camcorder (zwei Megapixel) übersteigen. Möglich wurde dies durch größere Sensoren und Interpolationsalgorithmen, welche die Megapixelanzahl auf ein ähnliches Maß wie bei Digitalfotokameras anwachsen ließ. Die Qualität der Camcorderfotos lässt jedoch auch heute noch sehr zu wünschen übrig.
 
Die Schnappschusskamera zog bald nach: Mit der videofähigen Spiegelreflexkamera erreichte diese Entwicklung jedoch eine ganz neue Dimension, denn deren Flexibilität in Kombination mit größeren Sensoren ermöglicht den Filmlook zu erschwinglichen Preisen. Doch ist die digitale Spiegelreflexkamera, kurz DSLR genannt, damit der bessere HD-Camcorder?

Ausgeglichene Rivalen


Um die Gunst des HD-Kameramanns ringen in unserem Vergleich die digitale Spiegelreflexkamera Canon EOS 5D Mark II und der HD-Camcorder Sony NEX-VG10. Letzterer wurde ausgewählt, weil der neue Primus des Sony-Camcorder-Sortiments gleich mehrere Nachteile eines klassischen Camcorders gegenüber Spiegelreflexkameras ausgleicht und somit eine bessere Basis für den Vergleich schafft. Was die Spiegelreflexkamera so flexibel und beliebt macht, ist die Möglichkeit, jederzeit das Objektiv den Drehanforderungen anzupassen. Ob Panorama oder Makro – es findet sich immer der richtige Aufsatz, um die gewünschte Situation adäquat abbilden zu können. Diesen Vorsprung kann Sonys NEX-VG10 erstmals ausgleichen, denn dieser Camcorder ist das erste Consumer-Gerät, das ebenfalls mit einer Wechselvorrichtung für Optiken ausgestattet ist.
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Die Sensorgröße hat wesentlichen Einfluss auf die Bildqualität. Links im Bild der APS-C-Sensor der NEX-VG10, rechts ein üblicher Consumer-Camcorder-Sensor
Bild: Canon

Das entsprechende Gewinde ist für Sonys E-Mount-Objektive ausgelegt, kann jedoch per Adapter mit A-Mount-Gläsern aus dem Spiegelreflexsortiment von Sony bestückt werden. Trotzdem: Mit der Vielfalt und Auswahl an Canon-Objektiven kann Sony nicht mithalten, zumal eine Vielzahl Fremdhersteller Linsen für Canons Kamera anbieten. Sonys Sortiment ist weitaus überschaubarer, hält aber für die meisten Situationen das richtige Linsensystem parat. Im Bereich der Sensorgröße kann die Spiegelreflexkamera den Camcorderrivalen ebenfalls distanzieren: Canons 5D glänzt mit einem Vollformatchip, der vergleichbar mit einem 35-mm-Kamerabild ist. Dies ist auch der Grund, weshalb viele Semiprofessionelle und Amateurfilmer von der filmenden Spiegelreflexkamera angelockt werden.
 
Diese bringt den Kinolook in erschwingliche Preislagen und ermöglicht durch ihre kompakten Maße neue Möglichkeiten im filmischen Kreativbereich. Die NEX-VG10 kann zwar nicht mit diesen Werten aufwarten, doch der Sensor im APS-C-Format kommt in Sachen Größe dem Vollformat schon sehr nahe und ist um einiges größer als die in Standardconsumercamcordern verbauten Filmdetektoren. Dies ermöglicht Aufnahmen, die näher am Kino- als am Videolook sind. In Kombination mit einem lichtstarken Objektiv können sehr beindruckende Aufnahmen entstehen, allerdings erreicht der Sony-Camcorder nicht die Staffelung der Schärfentiefe wie Canons 5D mit Vollformatsensor. Wollen Sie dem großen Kinovorbild so nahe wie möglich kommen, bleibt der Fotoapparat somit erste Anlaufstelle für Hobbyfilmer.
Sonys NEX-VG10 gehört zu den ersten Camcordern, bei denen die Optik gewechselt werden kann (siehe auch Einstiegsbild). Damit nimmt er der Spiegelreflexkamera einen entscheidenden Vorteil
Bild: Sony

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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