Studie: Englisch leichter lernen mit Untertiteln

18.04.2019, 11:55 Uhr, PMa

Wie eine Studie der City, University of London zeigt, fördern untertitelte Programme das Englisch-Verständnis. Unter 60 Prozent der Deutschen können ein Gespräch auf Englisch führen - könnten Untertitel statt Synchronisation helfen?


Wer in einem Land wohnt, wo englischsprachige Fernsehprogramme mit Untertiteln ausgestrahlt werden, punktet beim englischen Leistungstest. Das sagt zumindest die neuste Studie der City, University of London.
 
Diese veröffentlicht jetzt Zahlen, die belegen sollen, dass untertitelte Programme mit einem besseren Englisch-Verständnis korrelieren als synchronisierte Programme. Dabei haben Albert Banal-Estañol, Professor für Wirtschaftswissenschaften, und sein Team herausgefunden, dass die Englisch-Noten derer, die in Regionen Leben, wo untertitelte Filme, Serien und Co. gezeigt werden, im Vergleich zu Ländern, die synchronisierte Programme ausstrahlen, besser sind. 
 
So gaben in Ländern wie den Niederlanden, Dänemark und Schweden mehr als 80 Prozent der Bürger an, dass sie in der Lage sind, ein Gespräch auf Englisch zu führen. In der Ländergruppe aus Österreich, Deutschland und Frankreich liegt der Anteil unter 60 Prozent. In der ersten Ländergruppe sind die englischen Untertitel im Fernsehen und im Kino weit verbreitet. 


Auf dieses Ergebnis kam das Forschungsteam in Folge der Auswertung von Daten, die Messungen von Englischkenntnissen, Übersetzungsmodus, demographischen und erzieherischen Variablen kombinierten. Insgesamt nahmen 35 Länder weltweit teil, in denen Englisch nicht die Amtssprache ist. Die Wissenschaftler haben die Englischkenntnisse der Einwohner anhand der nationalen Durchschnittswerte der "Test of English as a Foreign Language"-Prüfungen (Toefl) gemessen.
 
 "Wir stellen fest, dass die Methoden der Fernsehübersetzung einen Teil der Qualifikationslücke erklären können. Im Allgemeinen identifizieren wir einen Untertitelungseffekt, der 16,9 Prozent des gesamten Toefl-Wertes entspricht", betont Professor Albert Banal-Estañol.
 
Die Ergebnisse legen offen: In Österreich, wo Programme routinemäßig ins Deutsche übersetzt werden, liegt der durchschnittliche Konversationsniveau bei 53 Prozent. In den Niederlanden, wo in englischsprachigen Programmen Untertitel verwendet werden, können 87 Prozent der Einwohner ein Gespräch auf Englisch führen. 

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