Super RTL: Expansion des Kindersenders denkbar

22.01.2016, 13:06 Uhr, kw

Obwohl sich 2015 erstmals der öffentlich-rechtliche Kika an die Spitze des Kinderfernsehens setzt, liegt Super RTL trotz des Wegbruchs der Disney-Inhalte bei der relevanten Zielgruppe immer noch ganz vorne. Eine mögliche Expansion des RTL-Senders ist dabei nicht ausgeschlossen.


Trotz der wachsenden Konkurrenz liegt Super RTL mit dem öffentlich-rechtlichen Kika beim Kinderfernsehen ganz vorn und somit in der Gunst von Kindern und Jugendlichen ganz hoch. Grund genug, über eine Ausweitung der Sender-Aktivitäten nachzudenken. Eine mögliche Expansion schließt der Spartensender der RTL-Gruppe für Kinder und Jugendliche zumindest nicht aus. "Wir denken immer wieder über Möglichkeiten nach, unser ausgesprochen umfangreiches und attraktives Programm-Portfolio auf weiteren Plattformen anzubieten – denken Sie z.B. an unser Video-on-Demand-Angebot Kividoo", sagte Claude Schmit, seit 2000 Geschäftsführer von Super RTL, gegenüber DIGITAL FERNSEHEN.


2015 gelang es dem Kika in seiner fast 19-jährigen Sendergeschichte erstmals, sich die Marktführerschaft beim Kinderfernsehen zu sichern und Super RTL zu überholen. Mit 19,2 Prozent setzte sich das Gemeinschaftsprojekt von ARD und ZDF knapp vor Super RTL, der bei den 3- bis 13-Jährigen einen Marktanteil von 18,7 Prozent erzielte. Nickelodeon und der Disney Channel folgten mit 9,3 beziehungsweise 9,0 Prozent. Dennoch würden die Kölner von Super RTL ihr Augenmerk vor allem auf die private Konkurrenz richten, wie Schmit klar stellte.


Vor der Möglichkeit, dass Disney, dem 50 Prozent des Kölner Spartensenders gehören, seinen Anteil veräußert, hat man man bei Super RTL keine Angst, denn Auswirkungen auf das Programm befürchtet Schmit in diesem Fall nicht. Seit durch den Start des Disney Channels 2014 Disney als Programmzulieferer für den Kindersender der RTL-Gruppe wegbrach, weil dieser die Inhalte auf seinem eigenen Kanal laufen lässt, verantwortet Super RTL den Programmeinkauf eigenverantwortlich. "Wir haben langfristige Zulieferungsverträge mit großen Studios wie DreamWorks Animation oder Warner Brothers, kooperieren mit kleineren, unabhängigen Studios und produzieren darüber hinaus eigene Serien und Magazine", so der Super-RTL-Geschäftsführer.

Auch der Konkurrenz aus dem Internet blickt Schmit gelassen entgegen. Er sieht das lineare TV bei der relevanten Zielgruppe in hoher Gunst. "Das TV ist nach wie vor das meistgenutzte Medium bei Kindern; das Fernsehen hat nichts von seiner Faszination eingebüßt", erläutert Schmidt gegenüber DIGITAL FERNSEHEN. "Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Kinder so viel Kinderfernsehen wie nie zuvor schauen – offensichtlich wissen sie das vielfältige und qualitativ hochwertige Angebot zu schätzen."

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