"Supertalent": RTL muss Zuschauer kaufen

07.08.2012, 09:26 Uhr, fm

"Das Supertalent" wird für die Deutschen anscheinend immer unattraktiver, denn nun muss der Kölner Privatsender nicht nur um die Gunst der TV-Zuschauer bangen, sondern auch um das Publikum im Saal. Damit die Jury nicht vor einer leeren Kulisse auf Talentsuche gehen muss, kauft RTL nun Zuschauer für die Show.


Der RTL-Castingshow "Das Supertalent" geht das Publikum aus. Dabei muss sich der Kölner Privatsender nicht nur bemühen, gegen die seit der vergangenen Staffel schwindenden Zuschauerzahlen vor dem Fernseher zu kämpfen, sondern auch der Saal im Berliner Tempodrom wird nicht mehr voll. Um den Zuschauern dennoch eine gefüllte Kulisse bieten zu können, bezahlt RTL dem Publikum nun 30 Euro Gage für Applaus und Buh-Rufe, wie die "Berliner Tageszeitung" am Montag auf ihrem Internetportal berichtete.


Demnach soll die für "Das Supertalent" verantwortliche Produktionsfirma Grundy Light Entertainment die Berliner Agentur Iris Müller damit beauftragt haben, genügend Publikum für die Aufzeichnungen der Show zu finden. Im Gegenzug erhalten die Zuschauer eine Gage von 30 Euro. Als Grund nannte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer gegenüber der "B.Z." den hohen Bedarf an Zuschauern, der sich für 24 Aufzeichnungen auf 72 000 Zuschauer belaufe.  

"Das Interesse ist groß, doch da unter anderem in Berlin die Schule wieder beginnt, gibt’s in dieser Woche in einigen Mittagsaufzeichnungen noch freie Plätze", relativierte Eickmeyer die Tatsache, dass es der Castingshow von allein nicht mehr gelingt, ihre Publikumsränge zu füllen. Die Abend- und Wochenendveranstaltungen seien ausverkauft.

Um das Interesse der Deutschen wieder für das Format zu wecken, startet "Das Supertalent" in diesem Jahr mit einem überarbeiteten Regelwerk und mit neuer Jury in die mittlerweile sechste Runde. Dabei werden vor allem zwischen Chef-Juror Dieter Bohlen und seinem neuen Kollegen Thomas Gottschalk Konflikte erwartet, der nach seinem Scheitern im Vorabendprogramm der ARD zu der RTL-Castingshow gewechselt war. Bohlen und Gottschalk hatten sich in der Vergangenheit mehrere TV-Gefechte geliefert, in denen beide verbal scharf gegen die Sendungen des jeweils Anderen geschossen hatten. Komplettiert wird die Jurorenriege von Michelle Hunziker, die Gottschalk bereits bei "Wetten, dass...?" als Co-Moderatorin zur Seite stand.

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