Telekom hält Unitymedia-Verkauf an Vodafone für illegal

26.02.2018, 18:00 Uhr, jk

Noch ist Unitymedia eine Tochter des Konzerns Liberty Global. Allerdings steht ein Verkauf an Vodafone im Raum. Die Deutsche Telekom scheint aber etwas dagegen zu haben.


Vodafone und Liberty Global sollen übereinstimmenden Medienberichten zufolge wieder über einen Verkauf des Kabelnetzbetreibers Unitymedia, seines Zeichens Liberty-Tochter, verhandeln. Vodafone könnte dadurch ein bundesweites Kabelnetz aufbauen. Seit 2014 hält Vodafone den Großteil der Aktien an Kabel Deutschland und ist damit in bislang 13 Bundesländern vertreten.


Unitymedia könnte mit Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen die drei übrigen Länder beisteuern. In den Augen der Deutschen Telekom wäre die Übernahme jedoch gesetzeswidrig, weil es dem Bonner Unternehmen nach einem Monopol gleich käme. Diese Auffassung soll zumindest Vorstands-Chef Tim Höttges in einer Telefonkonferenz mit Analysten kundgetan haben, wie das Portal "Broadband TV News" unter Berufung auf die Finanz-Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet.

Demzufolge behalte sich die Telekom rechtliche Schritte vor, sollte der Deal zustande kommen. "Ich halte diesen Deal für völlig inakzeptabel", zitiert die Agentur Höttges, der in diesem Fall die Regulierungsbehörden am Zug sieht.

Mittlerweile hat sich Vodafone-Chef Vittorio Colao auf Mobile World Congress in Barcelona zu den Worten Höttges' geäußert, indem er dem Telekom-Chef vorwarf sich im Ton vergriffen zu haben, was dieser per Tweet auch direkt zugab und bedauerte. Zumindest zwischen den Bossen scheint also wieder alles in Ordnung. Das Vorhaben von Vodafone, Unitymedia zu übernehmen, dürfte aber trotzdem zwischen den beiden Streithähnen nicht so leicht aus dem Weg zu räumen sein.

Anfang des Monats wurde seitens Vodafone bestätigt, dass man an Liberty Global herangetreten sei und sich in einem "frühen Stadium" der Verhandlungen befände. 2015 scheiterte ein ähnlicher Versuch, jedoch nicht an kartellrechtlichen Fragen, sondern den Vorstellungen der Unternehmen selbst.

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