Telekom plant mehr eigene Projekte im TV-Bereich

10.08.2014, 14:18 Uhr, ps

Niek Jan van Damme, Geschäftsführer der Telekom in Deutschland, kann sich gut vorstellen, im TV-Bereich neben neuen Partnerschaften auch wieder verstärkt eigene Projekte zu starten. Ein erster Schritt sei der Erwerb der Übertragungsrechte für die Basketball Bundesliga (BBL). Allerdings seien derartige Projekte "sehr teuer und riskant".


Mit ihrer Entertain-Plattform kann die Deutsche Telekom seit Jahren wachsende Kundenzahlen verbuchen. Doch in Bonn hat man durchaus noch größere Ziele. Bis zu fünf Millionen Kunden möchte man bis 2018 für sein IPTV-Produkt gewinnen. Ende Juni lag deren Zahl bei 2,318 Millionen. Um ein weiteres Wachstum sicherzustellen, möchte Deutschlandchef Niek Jan van Damme in Zukunft auch wieder verstärkt eigene Produkte anbieten, wie er im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" verriet.


"Eigene Inhalte wie TV-Serien oder Sportprogramme zu kaufen und exklusiv anzubieten, kann ein Modell sein. Aber das ist sehr teuer und riskant", so Van Damme. In Deutschland gebe es sehr viele frei empfangbare Sender, weshalb die Telekom selbst in diesem Feld stets sehr zurückhaltend gewesen sei. Der beste Weg seien deshalb Kooperationen, wie sie bei der Fußball-Bundesliga mit Sky Deutschland geschlossen wurde. "Dennoch: wir werden künftig auch mehr eigene Produkte anbieten, wir haben zum Beispiel bereits die Rechte an der Basketball-Bundesliga erworben", kündigt der Geschäftsführer jedoch auch weitere eigene Projekte an.
 
Im Juni hatte die Deutsche Telekom die kompletten Übertragungsrechte für die Basketball Bundesliga (BBL) bis zur Saison 2017/18 erworben. Für Kunden des Bonner Telekommunikationskonzerns sollen die Live-Übertragungen dabei kostenfrei werden. All diejenigen, die nicht zum Kundenkreis des Anbieters gehören, sollen zudem die Möglichkeit erhalten, kostenpflicht ein Monats- oder Saisonabo zu buchen. Welche Projekte die Telekom im TV-Bereich abseits dessen noch plant, ist bislang aber unklar. Denkbar ist, dass die BBL für den Anbieter als Testballon dafür dient, in wieweit sich die eigenständige Lizenzierung von Inhalten lohnt.
 
Abgesehen davon baut man in Bonn aber weiterhin auf Kooperationen. "Wir wollen alles, was es an Angeboten fürs Fernsehen gibt, über die Entertain-Plattform offerieren. Mit Sky und Maxdome haben wir erste, sehr positive Erfahrungen gemacht", erklärt Van Damme dazu. Man würde deshalb mit allen möglichen Content-Partnern Gespräche führen. Einen Seitenhieb gegen die Kabelnetzbetreiber kann sich der Deutschlandchef zum Ende des Interviews nicht verkneifen. So würden diese in ihrem klassischen Geschäftsbereich, dem Fernsehen, seit Jahren Kunden verlieren, unter anderem an die Deutsche Telekom. Nicht unerwähnt bleiben sollte in diesem Zusammenhang vielleicht, dass es im Internet-Bereich genau andersherum aussieht.

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