Spezial • Test: Arcam D33

Super solider DAC

 erstellt am 26.04.2013 von Jens Voigt
Wir haben es bestimmt schon mehrmals erwähnt, FMJ bedeutet in unserer freien Übersetzung "Für die musikalische Freude". Was kann man eigentlich noch alles mit einem D/A-Wandler anfangen?
 
 
suchen
Anschlussvielfalt pur. Die Fernbedienung bietet den Zugriff auf die Eingänge und die Filter. Eine Lautstärkeregelung überlässt der D33 dem Verstärker
Bild: Arcam, Auerbach Verlag

In der Zeit, wo jeder Audiohersteller mit mindestens einem netzwerkfähigen Gerät oder einem D/A-Wandler in den Markt drängt, braucht es etwas Eigenständiges. Im Fall des Arcam D33 sind das gleich mehrere Dinge: Rein von außen betrachtet, erscheint hier schon eine große Anzahl von Anschlussmöglichkeiten in einer sehr stabilen und EMV-konformen Gehäusekonstruktion. Neben doppelten optischen und koaxialen Digitaleingängen sowie einem AES/EBU-Anschluss wird noch mehr angeboten. Für die Integration in das eigene Unterhaltungssystem, das dank allgemein üblichen 12-Volt-Triggereingang und Remote-Anschluss erscheint, wird auch noch eine RS-232-Schnittstelle bereitgestellt.
 
Die Interessierten wissen jetzt schon längst, dass dazu nicht zwingend auf Geräte der Arcam-Familie zurückgegriffen werden muss. Die Anbindung an die Computerwelt wird hier vorbildlich über zwei USB-Anschlüsse angeboten. Der Class1-USB-Eingang bietet bekanntermaßen eine Unterstützung von Audioformaten bis 96 Kilohertz (kHz) an. Für die meisten Computer stellt dies keine Hürde dar. Im Inneren des D33 wird der Eingang von einem spezialisierten USBIsolator von Analog Devices, ADUM3160, gegen Störungen aus der Computerperipherie entgegen genommen. Von hier aus werden die Daten an den mittlerweile bekanntesten XMOS-Chipsatz weitergeleitet.
 
Dieser Chipsatz steht auch gleichzeitig dem zweiten USB-Eingang zur Verfügung. Der sogenannte Class2-Input besitzt zumindest keine erkennbare galvanische Trennung, um computerinduzierte Störungen abzuhalten. Dieser Eingang wird dank einer mitgelieferten Treiber-CD auch den PC-basierten Betriebssystemen für einen Audiofiletransfer bis 192 kHz zugänglich gemacht. Am Macintosh ist das nicht nötig, dafür wird aber die interne Datenverarbeitung in Fachkreisen etwas kritisch betrachtet, wegen der fehlenden Transparenz der Treiberarchitektur. Besitzer von iPhone/iPod ab der 4. Generation bzw. iPad werden mit einem eigenen USB-Zugang bedient.
suchen
Ein sauber strukturiertes Schaltungsdesign und getrennte Netzteile für die analogen und digitalen Bereiche werden hier geboten. Oben rechts: Ein detailbild vom "dice"-Chipsatz gegen Jitter
Bild: Auerbach Verlag

Hier steht dem Nutzer die digitale Übertragung seiner Musik, direkt an den D33 zur Verfügung. Das ist schon etwas Besonderes. Der weitere Aufwand im Inneren bringt deutliche Vorteile in den technischen Daten mit sich. Wir haben es hier mit einer getrennten Energieversorgung zu tun, die jeweils für den digitalen und für den analogen Schaltungsabschnitt einen Ringkerntransformator vorsieht. Dem Ganzen geht schon eine passive Netzfilterung voraus. Zusätzlich steht ein kleines Stand-by-Netzteil für die Fernsteuerungsannahme bereit. Der Aufwand für die sauberen Betriebsspannungen unterstützt die Bemühungen im digitalen Schaltungsteil. Dieser wird hier mit einem erwähnenswerten Aufwand vom Eingang bis zum Wandler betrieben.
 
Das verraten vier Quarzoszillatoren im Bereich der Signaleingänge, die sich hier mit einem Spezialisten aus dem Studiobereich vereinen. Der "dice"-Chipsatz von TC-Applied Technologies wird gern dort eingesetzt, wo Audiodaten und Sample- Taktraten unmissverständlich eine Einheit bilden sollen. Der Grund ist die Unterdrückung von Jitter-Artefakten, denn nur so sollten die digitalen Datenwörter in die analoge Welt mittels Wandler übersetzt werden. Es ist an dieser Stelle erwähnenswert, dass keiner der heute üblichen Abtastratenwandler eingesetzt wurde. Die beiden D/A-Wandler vom Typ Burr-Brown PCM1792 werden jeweils in der leistungsfähigsten Betriebsart, dem Monomode mit symmetrischen Ausgang, betrieben.
 
Sie bieten neben ihrer Audioperformance mit einer Auflösung von bis zu 24 Bit auch Abtastraten bis 192 kHz und einige weitere Features an. So erlauben sie neben der eigenen Umschaltung der digitalen Rekonstruktionsfilter von Sharp auf Slow auch eine externe Steuerung. Das erklärt somit schon das Vorhandensein des FPGA von Xilinx aus der Spartan-3-Reihe. Denn der D33 verfügt über durch den Benutzer umschaltbare, digitale Rekonstruktionsfilter. Eigentlich sind hier zwei auswählbar, aber wenn keine Auswahl getroffen wurde, greift ein dritter Filter. Dieser ist der Industriestandard Sharp-Filter. Während sich Auswahl 1 als eine Art Apodizing-Filter ohne Vorschwinger zeigt, scheint die Variante 2 einem Slow-Filter ähnlich zu sein. Denn dieser zeigt wenige Vorschwinger und ein sanft beginnendes Sperrverhalten am oberen Ende des Frequenzbereiches.

Filter und Klang

Bei dem Filter 2 beginnt der Frequenzgang etwas früher, um die strikte Linearität zu verlassen
Bild:

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
  • Gefällt mir

  • Am Kiosk und im Abo

LINUX-TV - DIGITAL FERNSEHEN SONDERHEFT 01/2019
DIGITAL TESTED 02/2019
HDTV 03/2019
BLU-RAY MAGAZIN 06/2019
SATELLIT EMPFANG + TECHNIK Ausgabe 3/2019
AUDIO TEST 05/2019
HAUS & GARTEN TEST 04/2019
Auszeit 03/2019