Thomas Gottschalk: Abrechnung mit ARD und ZDF

03.02.2016, 16:08 Uhr, kw

Als Moderator von "Wetten, dass...?" beim ZDF war Thomas Gottschalk lange Jahres eines der großen TV-Gesichter. Nun rechnet er mit der Fernsehlandschaft ab und wirft ARD und ZDF Ideenlosigkeit vor.


Er ist einer der ganz Großen im TV-Geschäft gewesen, nun holt er aus und schlägt um sich: Der ehemalige "Wetten, dass..?"-Moderator Thomas Gottschalk rechnet mit der Bühne ab, die ihn groß gemacht hat - die TV-Landschaft. Im Interview mit der "Hörzu" hat er es dabei vor allem auf die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten abgesehen: "Was mich wirklich ärgert, ist die öffentlich-rechtliche Ideenlosigkeit."


Die Einfallslosigkeit sieht er vor allem in der deutschen Krimilandschaft gegeben. "Wenn eine Krimiserie gute Quoten bringt, dann machen wir halt noch eine", klagt Gottschalk. "Und was die ARD kann, das kann das ZDF auch. Wenn die 'Rosenheim-Cops' und 'SOKO Kitzbühel' funktionieren, wie wäre es dann mit 'Spezialkommando Berchtesgaden' oder 'Polizeirevier Bad Reichenhall'?"
 
Im Interview mit der Fernsehzeitschrift erklärte er auch, dass er mit "Wetten, dass..." abgeschlossen habe. Eine Chance, dass die Wettshow nach ihrer Einstellung wieder auf die deutschen Fernsehbildschirme zurückkehrt, sieht der 65-Jährige nicht. "Ich habe von keiner Internetpetition gehört, in der die Rückkehr gefordert wird", so Gottschalk. "Also ist der Drops gelutscht, und das finde ich in Ordnung."
 
Auch auf die Talkshows kommt Gottschalk in seiner Abrechnung zu sprechen: "Es darf nicht langweilen - doch das tut es meistens. Wir haben in Deutschland nie gelernt zu debattieren." Auch den Grund, warum sich Talkmaster Günther Jauch Ende des letzten jahres von der ARD verabschiedete, glaubt er zu kennen. "Hierzulande äußern sich immer die gleichen Leute in unterschiedlichen Sendungen zu den ewig gleichen Themen", sinniert Gottschalk. "Kein Wunder, dass Günther Jauch keine Lust mehr darauf hatte."
 
Doch in seiner Abrechnung richtet er sich nicht nur gegen die ARD, auch die Privaten mit ihren Castingshows wie "Deutschland sucht den Superstar" und "Germanys next Topmodel" bekommen von ihm ihr Fett weg. "Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass diese Titel keine Garantie auf Erfolg bedeuten", so der TV-Moderator der "Hörzu" gegenüber. "Aber offensichtlich gibt es immer noch genügend Träumer, die sich von der Teilnahme an solchen Veranstaltungen den großen Durchbruch erhoffen."

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