Trotz Erfolge: Keine Handball-WM 2017 bei ARD und ZDF

28.01.2016, 14:46 Uhr, dpa/fs

Für die deutsche Nationalmannschaft läuft es bei der Handball-EM derzeit richtig gut - und dank ARD und ZDF können alle Fans dabei zusehen. Doch zur Handball-WM 2017 bleiben die Bildschirme wohl schwarz.


Die spektakuläre Siegesserie der deutschen Handballer erweist sich für ARD und ZDF als Erfolgsstory. Die Übertragungen des EM-Turniers in Polen bescheren den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern satte Quoten und hohe Marktanteile. Und das zu einer Uhrzeit, die ansonsten als Problemzone gilt. Auch am Mittwoch verfolgten 5,61 Millionen Zuschauer im Ersten den 25:23-Sieg gegen Dänemark und den Einzug ins EM-Halbfinale. Der Marktanteil im Vorabendprogramm betrug gute 21,1 Prozent.


Im Vergleich zum Russland-Spiel am vorigen Sonntag, das im Schnitt 6,04 Millionen Fans verfolgten, ging die Einschaltquote zwar leicht zurück. Der Marktanteil von 19,7 Prozent wurde aber übertroffen, weil werktags zwischen 18 und 20 Uhr nicht so viele Menschen ihr TV-Gerät anschalten.
 
Für das Halbfinale gegen Norwegen wird am Freitag erneut eine Steigerung der Quoten erwartet. Das ZDF zeigt das Duell der beiden EM-Überraschungsteams live von 18.30 Uhr an aus Krakau. Gewinnt das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson auch diese Partie, überträgt die ARD am Sonntag (17.30 Uhr) das Finale. Dann sind auch zehn Millionen TV-Zuschauer möglich.
 
In die Freude über den neu entfachten Handball-Boom im Fernsehen mischt sich aber auch ein Wermutstropfen. Im nächsten Jahr wird bei der WM vom 13. bis 29. Januar 2017 in Frankreich der Bildschirm im Free-TV wahrscheinlich schwarz bleiben. Die technischen Probleme, die bereits bei der WM 2015 in Katar auftraten, existieren weiterhin. Im Vorjahr wurde das Turnier nur vom Pay-TV-Sender Sky gezeigt.
 
"Der Rechteinhaber BeIN Sports besteht darauf, dass die Rechte nicht an Sender vergeben werden, die ohne Verschlüsselung über Satellit empfangbar sind. Wir müssen also 18,4 Millionen Haushalte in Deutschland ausschließen, die das TV-Signal über Satellit empfangen. Das ist keine Option", erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky im Interview des RedaktionsNetzwerks Deutschland (Donnerstag). "Weder für uns noch für die private Konkurrenz", fügte er hinzu.
 
Trotz der Begeisterung für die jugendlich-frische, forsch und erfolgreich aufspielende Nationalmannschaft – von der Handball-Euphorie bei der WM 2007 im eigenen Land ist das EM-Turnier noch ein gutes Stück entfernt. Zumal aus Polen nur die Partien der DHB-Auswahl gezeigt werden, andere Spiele können die Fans nicht sehen. Der Quoten-Rekord von 2007 wackelt deshalb nicht. Vor neun Jahren feierten 16,16 Millionen TV-Zuschauer das Weltmeister-Team von Bundestrainer Heiner Brand im Finale gegen Polen.

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