Trotz Internet: WDR glaubt nicht an den Tod des Radios

23.09.2016, 11:01 Uhr, kw

Trotz der enormen Konkurrenz aus dem Netz durch Internetradio und Musik-Streamingdienste wird die Gattung Radio in den nächsten Jahren weiterhin überwiegend terrestrisch via UKW und DAB Plus übertragen. So glaubt es die WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber.


Die Medienwelt befindet sich momentan in einem drastischen Wandel. Das Internet dient längst nicht mehr nur der Informationsbeschaffung, sondern spielt auch hinsichtlich des Medienkonsums eine zunehmend wichtige Rolle. So greifen immer mehr Menschen im Netz auf Filme und Serien zu, auch für das Radio findet sich im Netz mit Internetradio und Musik-Streamingdiensten a la Spotify und Apple Music ein entsprechendes Pendant, sodass böse Zungen schon den Tod von linearem TV und terrestrisch verbreitetem Radio vorhersagen.


An eine andere Zukunft glaubt dagegen Valerie Weber, Hörfunkdirektorin des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Sie sieht das klassische Radio auch gegenüber den Internetdiensten bestehen. "Ich glaube fest an die Gattung Radio", betonte Weber auf den österreichischen Medientagen am Dienstag in Wien. So würde das Radio parallel zu den Streamingdiensten weiter existieren, wie es in der Vergangenheit schon mit der Kassette, der Schallplatte und der CD der Fall war. Der große Vorteil des Radios liegt Webers Meinung nach in dem Gemeinschaftsgefühl, das der Hörfunk erzeugen könnte und Streamingdienste eben nicht bieten würden.
 
"Denn Menschen sind soziale Wesen, und nur Radio bietet gemeinschaftliche Live-Momente, Einordnung, Überraschung und einen echten Draht zum Hier und Jetzt", führte die WDR-Hörfunkdirektorin ihr Statement für die Gattung Radio aus. Dennoch rief sie Radiomacher dazu auf, ihre Angebote auch online verfügbar zu machen, weil inzwischen ein wesentlicher Teil der Hörer on Demand dem linearen Zugriff vorziehen würde.
 
Für die nächsten Jahre sieht sie aber die Terrestrik als wichtigsten Empfangsweg des Radios weiterhin gesichert. "Dabei wird terrestrische Verbreitung per UKW und DAB mindestens noch in den nächsten 15 Jahren der Hauptverbreitungsweg für Radio bleiben", hielt Weber fest.

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