Trotz hoher Forderungen: ARD und ZDF senden mehr Wiederholungen

19.02.2016, 09:33 Uhr, kw

Für die Beitragsperiode von 2017 bis 2020 fordern ARD und ZDF mehr Geld. Laut einer aktuellen Studie sollen im Programm der öffentlich-rechtlichen Sender allerdings immer mehr Wiederholungen laufen.


Mit der Aussage "Gute Programme kosten Geld" hatte der damalige ARD-Vorsitzende Lutz Marmor im vergangenen Jahr den erhöhten Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt begründet, den die ARD bei der  Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) für den Zeitraum von 2017 bis 2020 eingereicht hatte. Nun wurde allerdings bekannt, dass im Programmen der ARD immer mehr Wiederholungen laufen. Die Anzahl der Erstausstrahlungen nimmt dagegen ab.


Laut einer KEF-Studie, die der "Bild" vorliegt, sendete die ARD im Vergleich zu 2005 im Jahr 2014 188 Stunden weniger Erstausstrahlungen. Das ZDF reduzierte die Zeit für frisches Sendematerial um 145 Stunden. Zusammen brachten es beide Sender 2014 auf 1237 weniger "Erstsendestunden". Die Erstausstrahlungen bei den dritten Programmen gingen um insgesamt 904 Stunden zurück. Den Großteil des Geldes sollen ARD und ZDF in Sport investiert haben.
 
Laut Medienberichten hat die ARD zwischen 2017 und 2020 1,16 Milliarden Euro ihres Budgets für TV-Rechte von Sportereignissen einkalkuliert. Zumindest soll diese Summe in dem aktuellen Finanzplan der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt aufgeführt sein, den die ARD im Herbst bei der KEF eingereicht hatte. Allerdings müssen die KEF-Kommissare den Forderungen der Sendeanstalten nicht folgen, die Entscheidungshoheit liegt letztendlich bei den Ländern, die den Finanzplan genehmigen müssen.
 
Insgesamt hat die ARD in ihrem Finanzplan für 2017 bis 2020 einen Mehrbedarf von 99 Millionen Euro pro Jahr geltend gemacht. Den Mehrbedarf hatte sie mit allgemeinen Preissteigerungen und Investitionen in neue Technologien wie der DVB-T2- und der DAB-Plus-Ausbau erklärt. Aber auch die Programmqualität war als Argument für den steigenden Finanzbedarf angegeben worden.

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