
- Hintergrund Übertragungssysteme im Überblick
- Unterschiede im Fernsehempfang
erstellt am 14.04.2011 von Thomas Riegler
Wie einfach war doch früher der Fernsehempfang! Man kaufte sich ein TV-Gerät und eine Antenne, mit der über den nächstgelegenen Sender die drei ortsüblichen Programme hereinkamen. Vielleicht gab es sogar noch den einen oder anderen zusätzlichen Kanal aus der Nachbarschaft – mehr oder weniger stark verrauscht – als Dreingabe.
Heute werden generell mehr Sender empfangen und das bei zugleich deutlich verbesserter Bildqualität. Zudem hat man die Wahl, über welchen Weg die TV-Programme auf den Bildschirm kommen sollen. Doch bevor man sich bindet, sollte genau überlegt werden, welchem Empfangsweg man den Vorzug gibt, denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Optionen sind beträchtlich.
DVB-T
Überallfernsehen oder "Digital Video Broadcasting – Terrestrial" ist der digitale Nachfolger des analogen Antennenfernsehens. Es stellt die Grundversorgung mit TV-Programmen dar und wird in Deutschland sowie den meisten anderen Europäischen Ländern annähernd flächendeckend über Sendemasten ausgestrahlt.
Die Auswahl an TV-Sendern ist beschränkt: Üblicherweise werden in Deutschland drei DVB-T-Pakete mit jeweils vier Programmen bereitgestellt, die ausschließlich öffentlich-rechtliche Angebote von ARD und ZDF enthalten. Neben dem Ersten, dem ZDF und dem ortsüblichen Dritten werden auch weitere dritte Programme der benachbarten Bundesländer ausgestrahlt. Zu Analogzeiten konnte man diese Kanäle – falls überhaupt – nur mit erhöhtem Aufwand und in meist schlechter Qualität hereinbekommen. Ferner enthalten die DVB-T-Multiplexe von ARD und ZDF Sender, die bislang exklusiv über Digitalsatellit oder Kabel verfügbar waren. Zu ihnen zählen unter anderem Arte, 3 Sat, Phoenix und Kika.

- Viele Wege führen zu DVB-T-Programmen. Neben simplen DVB-T-Boxen (oben) bieten sich Kombireceiver für digitalen HD-Sat-Empfang und DVB-T an. Die meisten neuen LCD-Fernseher haben zudem schon einen DVB-T-Tuner eingebautBild: Auerbach Verlag

- An der Rückseite eines Kombireceivers sind die Sat-Schüssel für die himmlischen und eine TV-Antenne für die terrestrischen Programme anzuschließenBild: Auerbach Verlag

- Auch diese Wege führen zu DVB-T: Neben kleinen Fernsehern sorgen preiswerte DVB-T-USB-Sticks
für neue Anwendungsmöglichkeiten, wie die Aufzeichnung von TV-SendungenBild: Auerbach Verlag
Programmvielfalt variabel
Die Zusammensetzung der drei bundesweiten DVB-T-Pakete variiert, sodass nicht überall dieselben Kanäle verfügbar sind. Besonders attraktiv ist das digitale Antennenfernsehen in den größten Ballungsräumen, in denen bis zu drei weitere Pakete mit Privatsendern geboten werden. Darunter sind meist auch die wichtigsten Programme der Pro-Sieben-Sat-1- und RTL-Gruppe, die mit je vier Sendern vertreten sind. Ein drittes Paket enthält vier kleinere Kanäle, wie etwa Bibel TV, Euronews und die ortsüblichen Lokalsender. In den Regionen Stuttgart und Leipzig gibt es neben den ARD- und ZDF-Programmen nur die RTL-Gruppe, die hier ihre Angebote als Pay-TV vermarktet.
Ein allzu großes Interesse an DVB-T scheinen die kommerziellen TV-Anbieter kaum zu haben, weshalb es nicht verwundert, dass manche Ausstrahlungen über DVB-T wieder eingestellt werden. Dies war beispielsweise im Herbst 2010 in Nürnberg der Fall.
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
Letzte Änderung: Freitag, 15.04.2011

















