Unabhängiges Gutachten bewertet Reformen bei WDR 2 und WDR 4

11.07.2018, 09:00 Uhr, jk

Der WDR-Rundfunkrat hat Bilanz gezogen. Ein Jahr nach Programmänderungen bei den Sendern WDR 2 und WDR 4 zeigt man sich grundsätzlich zufrieden, sieht aber auch noch Verbesserungspotenzial.


Der WDR-Rundfunkrat hat die etwa ein Jahr alten Programmänderungen bei WDR 2 und WDR 4 von Medienanalysten der "netzberater" überprüfen lassen. Deren Gutachten wurden nun vorgestellt.

"Insgesamt zeigen die Reformen solide Erfolge", sagt der Rundfunkrats-Vorsitzende Andreas Meyer-Lauber. Die Programmqualität stehe im Vordergrund und hier gebe es auch noch Ansatzpunkte zur Verbesserung.


Namentlich wurde die Analyse von den Kölner Professoren Konrad Scherfer und Helmut Volpers durchgeführt und zeigt: "Seit der Reform sind beide Wellen besser unterscheidbar und auf ihre jeweiligen Zielgruppen abgestimmt." WDR 2 ist der wichtigste Nachrichtensender in der Sendergruppe und verzeichne nach Scherfer und Volpers weiterhin eine Informationsleistung auf hohem Niveau.

Die Unterhaltungsleistung von WDR 4 sei zwar am Wochenende mit regional geprägtem Programm erfolgreich. Unter der Woche vermissen die Professoren jedoch eine qualitative Aufwertung der journalistischen Inhalte sowie eine redaktionelle Vertiefung durch Hintergrundberichterstattung.

Ein Dorn im Auge der Prüfer ist auch die hohe Zahl von Gewinnspielen, die bei beiden Sendern auffällt. Wenn der WDR hier keine Weichen stellt, stünde der öffentlich-rechtliche Charakter von WDR 2 auf dem Spiel. Statt eigenen, aufwendiger produzierten Beiträgen - auch und vor allem aus der beliebten Comedy-Sparte - gebe es "mehr Moderatoren-Geplauder".

Nach der Präsentation des Gutachtens im Aufsichtsgremium befasst sich nun der Programmausschuss damit, um Empfehlungen an den Sender auszusprechen .

  • Gefällt mir