Unveröffentlichte GfK-Studie: Kino.to-Nutzer gehen ins Kino

19.07.2011, 10:08 Uhr, mho

Kino.to-Nutzer geben wesentlich mehr Geld für Kinokarten und DVDs aus als der Durchschnittsbürger. Dies hat eine Studie ergeben, die nie publiziert wurde. Denn einige GfK-Studien sollen im Giftschrank liegen bleiben.


Studien dieser Art gebe es häufiger, berichtete der Nachrichtendienst "Zeit Online" am Donnerstagabend. Und immer wieder würden diese Studien zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Sie gelten häufig als Entkräftung der Behauptung, dass die Verluste durch illegale Downloads eins zu eins umgerechnet werden können. Eine solcher Studien zu Nutzern von illegalen Streaming-Portalen wie Kino.to habe auch die Gesellschaft für Konsumforschung erstellt, hieß es weiter.
 
Das Ergebnis: Die Nutzer geben einen großen Teil ihres Einkommens tatsächlich für DVDs, Blu-Rays und vor allem Kinokarten aus. Nach Angaben des Online-Mediums "Telepolis" sehen viele Nutzer illegale Streamseiten als eine Art Vorschau an. Gefällt der Film, kaufen sie häufig die DVD oder die Karte für den Kinofilm. Das sei so gar nicht nach dem Geschmack der Auftraggeber gewesen.


Die GfK habe nur klar gestellt, dass das Institut für Marktforschung keinen Einfluss auf die Publizierung habe. Weiter wollte das Institut die Studie nicht kommentieren. "In unseren Geschäftsbedingungen sichern wir allen Auftraggebern zu, dass wir die Studien weder öffentlich begleiten noch publizieren, es sei denn, das wird vom Auftraggeber ausdrücklich gewünscht", verdeutlichte das Institut gegenüber dem Nachrichtendienst.

Die GfK könne also weder Auftraggeber nennen, noch veröffentlichen, ob es solch eine Studie jemals gab. So komme es vor, dass viele Studien dieser Art und Weise niemals in die Öffentlichkeit gelangen. Im eigenen Forschungsethos auf der GfK-Seite gibt es zudem keinen Hinweis auf die Unabhängigkeit des Unternehmens. Das sei soweit kein Problem, solange diese repräsentativen Studien nicht zur Beeinflussung des Marktes, der Öffentlichkeit und der Politik genutzt werden. Allerdings zielen die veröffentlichten Studien genau auf dieses Zielpublikum ab.

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