Verband warnt vorm Sterben des Lokalfernsehens

30.06.2014, 16:24 Uhr, ps

Die Situation der lokalen und regionalen Fernsehsender in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr zugespitzt. Mehr als 10 Prozent der Kanäle musste ihren Sendebetrieb einstellen. Beim Bundesverband Lokal TV spricht man inzwischen sogar vom Sterben des Lokalfernsehens.


Die Zahlen klingen dramatisch. Seit der vergangenen Woche ist das Jahrbuch 2013/14 der Landemedienanstalten für den privaten Rundfunk in Deutschland erhältlich. Darin dokumentiert ist unter anderem der starke Rückgang an lokalen und regionalen Fernsehsendern im Laufe des Jahres 2013. Dieser lag bei über 10 Prozent. Dabei waren die Lokalkanäle die einzige Gattung, die in einer ansonsten stabilen deutschen Senderlandschaft mit einem derartigen Rückgang zu kämpfen hatte.


Für den Bundesverband Lokal TV ist die Entwicklung alarmierend. Dessen Vorsitzender Klaus-Dieter Böhm sprach jetzt in diesem Zusammenhang sogar von einem Sterben des deutschen Lokalfernsehens. Schon über 30 Regionen Deutschlands würden nicht mehr mit einem lokalen TV-Programm versorgt. Böhm forderte die Medienpolitiker zum unverzüglichen Handeln auf, um die grassierende Verödung der deutschen Medienlandschaft zu verhindern.
 
In diesem Zusammenhang wies der Vorsitzende des Verbandes auch noch einmal auf die Wichtigkeit des Lokalfernsehens hin. So seien regionale TV-Programme in vielen Regionen die einzige Möglichkeit für die Menschen, sich mit Nachrichten und Reportagen aus der Gegend zu versorgen, da lokale Tageszeitungen ebenfalls immer seltener vorhanden seien.
 
Erneut stützte Böhm seine Argumentation auf die Wahrnehmung öffentlich-rechtlicher Funktionen, die im lokalen Bereich mittlerweile vom eigentlich privatwirtschaftlich betriebenen Regionalfernsehen ausgeübt würden. Besonders ausgeprägt sei dies in prekären Siedlungsgebieten wo die Sender durch die Kabelverbreitung eine große Reichweite hätten. Sollte dies wegbrechen, so stünde der Pluralismus auf lokaler und regionaler Ebene auf dem Spiel.
 
Der Bundesverband begrüßt daher die Unterstützung des Vorsitzenden der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Jürgen Brautmeier, der sich für eine Förderung der Lokalsender mit öffentlichen Mitteln ausgesprochen hat. Den Worten müssten jetzt aber auch Taten folgen, um ein Aussterben des Lokalfernsehens noch zu verhindern.

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