
- Hintergrund Vergleich: LCD gegen Plasma
- Unfairer Wettkampf
erstellt am 07.05.2010 von Christian Trozinski
Die halbe Wahrheit
Für den Laien ist die Theorie klar: Full-HD-Fernseher bieten eine Auflösung von zwei Millionen Bildpunkten und sind damit besser als TVs mit einer geringeren Pixelanzahl. In der Praxis bedeutet eine Full-HD-Auflösung zwar keine Verschlechterung der Bildqualität, aber auch nicht automatisch eine Bildverbesserung, denn die Bildgrößen bei Flachbildfernsehern sind weiterhin begrenzt. So sind 32-Zoll-Fernseher noch immer der große Verkaufsschlager.
Das Problem: Selbst bei einer Sehstärke von 100 Prozent und perfektem HD-Material sind zwei Millionen Bildpunkte nur aus geringer Distanz wahrnehmbar. Als Richtgröße gilt die dreifache Bildhöhe. Sitzen Sie deutlicher weiter als die dreifache Bildhöhe vom Fernseher entfernt, benötigen Sie streng genommen keinen Full-HD-Fernseher. Zahlreiche Tests in unserem Hause, an denen sich auch Hersteller beteiligten, untermauerten diese Angabe. Bei einem Sitzabstand von drei bis vier Metern versprüht der neue Standard erst mit einer Bilddiagonale von 60 bis 80 Zoll seine ganze Faszination.

Plasma Stromverbrauch
Bild: Pioneer

LCD-Stromverbrauch
Bild: Samsung
In der Praxis dürfte dies finanziell nur mit einem Projektor zu schultern sein. Ist Full-HD damit überflüssig? Nein, denn die LCD-Anbieter ermöglichen die hohe Auflösung ohne Zusatzkosten für den Konsumenten. Anders die Entwicklung im Plasmabereich: Mehr Plasmazellen bedeuten einen höheren Energiebedarf. Apropos Stromverbrauch: Plasmas besitzen nicht generell eine höhere Leistungsaufnahme als LCDs; mit dunkleren Filmbildern sinkt der Energiehunger deutlich. Wer den Stromsparmodus nutzt, muss mit einer geringen Helligkeit vorliebnehmen.
Unfairer Vergleich

Vor- und Nachteile: Die Entscheidung zugunsten eines LCDs oder Plasmas ist weniger eine Frage des Geldbeutels, als vielmehr eine Frage des richtigen Standortes
Bild: Panasonic
Sollten Sie den Eigenversuch unternehmen und Flachbildfernseher in den Märkten vergleichen, so fällt die Wahl vermutlich nicht schwer. LCD-Fernseher wirken brillanter, klarer, einfach besser. Dabei können die eigenen Sinne täuschen, denn unsere Wahrnehmung unterliegt dem subjektivem Empfinden. Ist die Umgebung, in diesem Fall der Fachmarkt, hell erleuchtet, wirken einzig Fernseher mit einer hohen Leuchtkraft angenehm. Zudem darf die Frontscheibe nur wenig spiegeln und muss das einfallende Licht kompensieren. LCD-Fernseher zeigen unter diesen Bedingungen ihr ganzes Können: Schwarze Frontscheiben wirken selbst bei starkem Gegenlicht pechschwarz, die hohe Leuchtkraft der Displays ermöglicht plastische Bilder.
Selbst der eingeschränkte Blickwinkel wird auf diese Weise gekonnt kaschiert, ausgewaschene Bilder sind kaum zu erkennen. Plasma-TVs wirken unter diesen Bedingungen blass: Hier kann die Frontscheibe das Fremdlicht nur ungenügend abblocken und die geringe maximale Leuchtkraft hat der grellen Umgebung nichts entgegenzusetzen. Fast scheint es, als wären Plasmafernseher den LCD-Konkurrenten im Bildkontrast unterlegen. Im heimischen Wohnzimmer kann sich das Bild allerdings schlagartig wandeln, ganz nach dem Motto; "Nachts sind alle Katzen grau". Veränderte Lichtverhältnisse erzeugen eine andere Wahrnehmung, streng genommen sind wir einzig im dunklen Raum ohne Restlicht in der Lage, ein Fernsehbild zu beurteilen.
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.





















