Verstoß gegen Datenschutz: Netflix zahlt Millionenabfindung

14.02.2012, 20:37 Uhr, dm

Der US-Onlineriese Netflix muss seinen Gewinn für das abgelaufene Geschäftsquartal um neun Millionen Dollar nach unten korrigieren: Der Konzern hat jahrelang gegen Datenschutzvorschriften verstoßen und muss betroffenen Kunden im Rahmen einer kostspieligen außergerichtlichen Einigung eine siebenstellige Abfindung zahlen.


Jeff Milans and Peter Comstock hatten im Herbst 2011 Klage gegen Netflix eingereicht, weil der Onlineriese gegen den Video Protection Privacy Act (VPPA) verstoßen haben soll. Dieses Gesetz verbietet es Videoanbietern, Informationen über erworbene Inhalte aufzubewahren und weiterzuverwenden. Der Online-Videoanbieter, der Medienberichten zufolge mit Hilfe von Lobbyisten dieses Gesetz abschaffen möchte, soll sich daran nicht gehalten haben. 
 
Netflix habe zwar bereits im vergangenen Jahr von den Vorwürfen der beiden Kläger gewusst, diese allerdings nicht als potentielle Gefahr angesehen, teilte das US-Unternehmen am Montagabend (Ortszeit) in einem öffentlichen Schreiben an seine Investoren mit. Mittlerweile haben die Netflix-Anwälte ihre Meinung offenbar geändert, denn eigenen Angaben zufolge habe man in der vergangenen Woche eine außergerichtliche Einigung erreicht. Kostenpunkt: neun Millionen Dollar.


Die außergerichtliche Einigung bedeute allerdings kein Schuldeingeständnis, betonte das Unternehmen. Für die Investoren und Aktionäre sind das schlechte Nachrichten. Weil der Schaden wirtschaftlich bereits zum Zeitpunkt der Klage entstand, muss Netflix nun die Bilanz des abgelaufenen Jahres korrigieren. Der ursprüngliche Gewinn von 40,7 Millionen Dollar verringere sich damit anteilig auf 35,2 Millionen Dollar.
 
Netflix hat derzeit mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Erst vor einem Monat reichten zahlreiche Investoren Klage ein, weil die verantwortlichen Manager einen signifikanten Kostenanstieg verschwiegen haben sollen. Gleichzeitig bereitet das  Unternehmen sich auf eine Expansion nach Russland vor (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete).

  • Flattr digitalfernsehen.de