"Vikings" bei ProSieben Maxx: Die Wikinger kommen wieder

20.06.2017, 01:22 Uhr, Klaus Braeuer

Die TV-Serie "Vikings" ist eine ziemlich düstere Geschichte aus der Zeit der Wikinger. Zwei Staffeln gab es davon schon. ProSieben Maxx zeigt nun neue Folgen.


Historische Stoffe werden gerne in TV-Serien abgehandelt, wobei es oft brutal, rau und derbe zugeht. Die Wikinger geben in dieser Hinsicht einiges her. Jetzt starten die dritte und vierte Staffel der kanadisch-irischen Fernsehserie Serie "Vikings". Die erste Doppelfolge ist am Mittwoch (21. Juni, 20.15 Uhr) auf ProSieben Maxx zu sehen.
 
Im achten Jahrhundert nach Christus lebt Ragnar Lothbrok (Travis Fimmel) mit seiner Frau Lagertha (Katheryn Winnick) und seinen Kindern Bjorn und Gyda im skandinavischen Kattegat, im Stamm des Earl Haraldson (Gabriel Byrne). Wie alle Bewohner der Siedlung im südlichen Norwegen ist Ragnar anfangs ein Bauer, der aber in den Sommermonaten regelmäßig an einem Raubzug gen Osten teilnimmt. Da dort nun aber für Räuber und Plünderer nichts mehr zu holen ist, will Ragnar, mittlerweile zum König mehrerer Wikingerstämme aufgestiegen, nach Westen segeln, gemeinsam mit seinem Bruder Rollo (Clive Standen) und dem Schiffbauer Floki (Gustaf Skarsgård).


Dort erhoffen sich alle das gelobte Land - bis nach Paris wollen die Wikinger segeln. Zuvor zieht es Ragnar nach Britannien. In Wessex fordert König Ecbert (Linus Roache) jedoch, dass die Nordmänner für ihn um das benachbarte Mercia kämpfen, um das versprochene Land zu erhalten. Die Wikinger siegen natürlich.
 
Darum geht es also zum Start der neuen Staffel, deren erste beide Folgen die vielsagenden Titel "Pflug und Axt" und "Blutige Träume" tragen. Und so wird denn auch viel gekämpft, geschrien, geblutet und gestorben. Dabei zeigt die Serie jedoch nicht die brachiale Brutalität anderer Formate, wo sie meist als "handlungswichtig" legitimiert und schöngeredet wird und doch nur den Voyeurismus mancher Zuschauer bedient. Da tut es dann mal ganz gut, wenn nicht jeder abgetrennte Kopf in Großaufnahme durchs Bild fliegt.
 
Abstriche müssen dennoch hingenommen werden - die Dialoge sind überwiegend simpel: "Macht ist nur für diejenigen bestimmt, die bereit sind, sich tief zu beugen, um sie aufzuheben" oder "Weissagungen versteht man erst dann, wenn sie wahr werden und man nichts mehr daran ändern kann". Da ist sogar etwas dran, und gelegentlich wird es unfreiwillig komisch: "Ich habe Dir nichts zu bieten als meinen Verstand." - "Lass' mich das beurteilen!"
 
Immerhin wird gelegentlich eine altertümlich klingende altnordische Sprache benutzt (und mit Untertiteln versehen), die man im 9. Jahrhundert unter den Wikingern gesprochen haben soll - nachprüfbar ist das ebensowenig wie der Umstand, ob auch Frauen an den Kämpfen und Raubzügen beteiligt waren. Das gilt ebenso für viele Details der Ausstattung.
 
Der Hintergrund mag historisch sein, die ziemlich wuchtigen Kampfszenen sind jedoch fiktional - da darf man als kritischer Zuschauer nicht allzu kleinlich sein. Drehbuchautor Michael Hirst (64, "Die Tudors", "Camelot") erklärte dazu: "Ich musste mir besondere Freiheiten für "Vikings" erlauben, weil niemand genau weiß, was im finsteren Mittelalter passiert ist. Wir wollen, dass sich die Leute das anschauen. Eine historische Nacherzählung würde ein paar hundert, vielleicht ein paar tausend Menschen erreichen. Wir wollen aber Millionen erreichen."

  • Gefällt mir