Vodafone & Unitymedia: Bundeskartellamt will sich Fall vornehmen

08.11.2018, 10:01 Uhr, tk

Die EuropÀische Kommission hat heute einen Antrag erhalten, den Fusionsfall Vodafone/Liberty an das Bundeskartellamt zu verwiesen.


Wie es in einer Pressemitteilung des Bundeskartellamtes heißt, hat es heute bei der EuropĂ€ischen Kommission eine Verweisung des Fusionsfalles Vodafone/Liberty nach Deutschland beantragt. Dabei geht es um den Teil der Fusion, der sich auf die deutschen MĂ€rkte auswirkt. 


Mitte Oktober hatten Vodafone und Liberty bei der EuropĂ€ischen Kommission angemeldet, dass die Vodafone Group große Teile des KabelgeschĂ€fts von Liberty Global in Europa ĂŒbernehmen möchte. In Deutschland betrifft das Vorhaben insbesondere die Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia.
 
Andreas Mundt, PrĂ€sident des Bundeskartellamtes: "Unserer Ansicht nach bietet sich der Fall fĂŒr eine Teilverweisung an. Von den Wirkungen des Zusammenschlusses ist vor allem Deutschland betroffen. Hier könnte die Übernahme von Unitymedia zu ganz erheblichen VerĂ€nderungen der MarktverhĂ€ltnisse im Bereich des Kabelfernsehens und der Telekommunikation fĂŒhren."
 
Die europĂ€ische Fusionskontrollverordnung sieht vor, dass ein Verfahren, fĂŒr das zunĂ€chst aufgrund von formellen Kriterien, wie beispielsweise dem Umsatz der beteiligten Unternehmen, die EuropĂ€ische Kommission zustĂ€ndig ist, unter bestimmten Bedingungen ganz oder teilweise an einen oder mehrere Mitgliedstaaten verwiesen werden kann. Im Falle einer Verweisung fĂŒhrt die Wettbewerbsbehörde des Mitgliedstaats die fusionskontrollrechtliche PrĂŒfung nach ihrem jeweiligen nationalen Wettbewerbsrecht durch.

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