Volldigitalisierung: Vodafone beendet analoge Verbreitung

07.12.2017, 10:00 Uhr, fs

Vodafone zieht den Stecker: Ab 2018 will der Konzern die Signale in seinen Kabelnetzen nur noch digital verbreiten. Die Analogabschaltung soll dabei auch mehr Platz für neue HD-Sender schaffen.


Nachdem Unitymedia im Frühherbst vorgelegt hat, macht nun auch Vodafone Ernst: Wie der Konzern am Donnerstag ankündigte, soll ab kommendem Jahr das analoge Zeitalter in den Kabelnetzen von Vodafone enden. Das Ziel: Volldigitalisierung. Dafür werden die analogen Signale im Verbreitungsgebiet des Unternehmens Schritt für Schritt abgeschaltet, sodass der Empfang fortan nur noch auf digitalem Weg möglich sein wird.


Vodafone geht allerdings noch einen Schritt weiter als Mitbewerber Unitymedia. Denn der Konzern legt nicht nur bei seinem TV-Angebot den Schalter um, sondern auch gleich beim Radio. Künftig werden also auch die verbreiteten Hörfunkwellen nur noch digital zu empfangen sein.
 
Mit der Umstellung will Vodafone in seinen Netzen mehr Platz für gigabitschnelles Internet sowie ein größeres Angebot an TV- und Radiosendern schaffen. Zudem sollen die freiwerdenden Kapazitäten auch für mehr TV-Programme in HD-Qualität genutzt werden. Auf welche Inhalte sich Kunden dabei perspektivisch in hochauflösender Bildqualität freuen dürfen, verriet Vodafone aber noch nicht. Am Mittwoch erweiterte jüngst RTLplus HD das Portfolio.
 
Beginnen soll die Analogabschaltung im Sommer 2018. Dann werden die analogen Signale nach und nach aus den Netzen der einzelnen Verbreitungsgebiete von  Vodafone genommen. Sachsen und Bayern werden dabei wohl mit als erste zum Zug kommen. Denn nach aktueller Gesetzeslage muss die analoge Verbreitung in den beiden Bundesländern bis Ende 2018 eingestellt werden. 
 
Den Anfang machen werden Landshut und Dingolfing, wo im Rahmen eines Pilotversuchs schon am 9. Januar der Stecker gezogen und die Umstellung getestet wird. Ab Frühjahr sollen auf einer eigenes dafür eingerichteten Internetseite auch die Termine für die weiteren Regionen bekanntgegeben werden. Zusätzlich können Kunden an der Stelle Informationen zur geplanten Analogabschaltung finden. Persönliche Anschreiben und Laufbänder in den betroffenen Programmen sollen zusätzlich auf die bevorstehende Umstellung hinweisen.
 
Für Kunden, die noch analog fernsehen und Radio hören heißt das, dass sie künftig einen Digitalreceiver für den Empfang benötigen. Die eigentliche Umstellung erfolgt dann zum jeweiligen Termin in der Nacht. Gleichzeitig findet auch eine neue Sortierung der Senderlisten statt, wie Vodafone weiter ankündigte. Die meisten Digitalreceiver und Kabel-Router sollen diese automatisch durchführen, solang sie zum angekündigten Termin nicht vom Strom getrennt werden. Alternativ empfiehlt der Anbieter, selbst einen Suchlauf durchzuführen bzw. den Router neu zu starten.

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