
- Hintergrund Vormarsch der digitalen Radios
- Zwölf DAB-Plus-Radios im Direktvergleich
erstellt am 12.01.2012 von Torsten Pless, Jens Voigt
Erneut unternimmt das Radio in Deutschland den Versuch, sich zu digitalisieren. Spätestens seit der Aufschaltung des bundesweiten DAB-Plus-Sendenetzes zum 1. August 2011 sprießen die Empfänger geradezu aus dem Boden. Für uns ein willkommener Anlass, die aktuellen Geräte in einem großen Vergleich unter die Lupe zu nehmen.
Spätestens seit Einführung der Audio-CD konsumieren wir Musik größtenteils digital. Neue netzwerkfähige Audiogeräte führen diesen Trend lebhaft fort und befreien sich sogar komplett vom optischen Medium. Doch nicht nur der Hi-Fi-Markt hat diesen Umschwung erkannt, auch die Fernsehbranche vollzieht mit der Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens zum 30. April 2012 den nächsten logischen Schritt. Nur eines der beliebtesten deutschen Massenmedien hinkt diesem Trend bislang noch hinterher, denn in Deutschland spielt das Radio größtenteils noch analog.
Zwar ist Digitalradio ein allgemein verständlicher Begriff für DAB (Digital Audio Broadcasting), das bereits seit Mitte der 1990er Jahre verfügbar ist, doch die Verbreitung der benötigten Empfangsgeräte bleibt überschaubar und hält sich bis heute in Grenzen. Dabei sollte alles so gut werden und die komprimierten Audiostreams nahe der CD-Qualität funken. Doch zunächst schreckte ein winziges Angebot an DAB-Radiostationen aufgrund starker Kompression und schwachem Klang den Otto Normalverbraucher nachhaltig ab.
DAB Plus
Abhilfe soll jetzt der überarbeitete Nachfolgestandard DAB Plus schaffen. Der Hauptunterschied zum Vorgänger ohne das Plus-Label ist die höhere Datenkompression der Audiostreams, wodurch mehrere Sender über einen Datenkanal, den sogenannten Multiplex, übertragen werden können. Ende 2010 einigten sich drei öffentlich-rechtliche und sieben private Radioanbieter darauf, ihr Programm über den DAB-Plus-Standard bundesweit zu verbreiten.
Zu den seit 1. August im sogenannten Bundes-Multiplex angebotenen Sendern zählen das öffentlich-rechtliche Deutschlandradio mit Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und D-Radio Wissen sowie die privaten Anbieter Lounge FM, Klassik Radio und Energy, das Fußballradio 90 Elf, Radio Bob!, Absolut Radio, Sunshine Live und Kiss FM sowie die christlichen Betreiber Horeb und ERF. In vielen Bundesländern sind zudem regionale Angebote in Vorbereitung oder schon auf Sendung.
DAB Plus jetzt Standard?
Doch ist mit DAB Plus nun endlich der Standard geschaffen, der die Bundesbürger vermehrt vor das Radio lockt? Der größte Vorteil ist dank verbesserter Fehlerkorrektur eine störungsfreie Verbindung, was besonders mobilen Geräten wie Autoradios und Handys zugutekommt. Der Fokus auf die Mobilgeräte geht jedoch nicht mit dem vielfach geäußerten Wunsch nach gesteigerter Klangqualität einher. Zwar kommt bei DAB Plus der neue Audiocodec eAAC+ (AAC+ v2) zum Einsatz, doch trotz verbesserter Komprimierungstechnik stößt auch dieser bei Übertragungsraten zwischen 36 Kilobit pro Sekunde (kBit/s) und 160 kBit/s an seine Grenzen.
Ob es DAB Plus diesmal schaffen wird, sich bundesweit durchzusetzen und das analoge Radio abzulösen, bleibt abzuwarten. Entscheidend ist die Investitionsbereitschaft des Konsumenten. Um das Thema voranzubringen, haben wir zwölf DAB-Plus-Empfänger zweier unterschiedlicher Preisklassen ausgewählt, um Ihnen die ersten Gehversuche in der digitalen Radiowelt zu erleichtern.
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.

















