Webradio bleibt Wachstumsmarkt - vor allem qualitativ

14.06.2012, 10:17 Uhr, ps

Radiohören via Internet erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit bei den Nutzern. Auch für das laufende Jahr rechnen Branchenexperten mit einem weiteren Wachstum des Webradios, sowohl aus quantitativer als auch aus quantitativer Sicht.


Wie Klaus Goldhammer, Leiter des Medienberatungsunternehmens Goldmedia, am Mittwoch gegenüber dem Internetportal "Radioszene" berichtete, kann davon ausgegangen werden, dass Bedeutung und Nutzung von Webradio weiter zugenommen haben. Goldmedia erstellt mit dem Webradiomonitor jährlich im Auftrag der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) eine Marktanalyse zur Webradio-Branche.


Auch wenn die diesjährige Studie momentan noch nicht final vorliegt, rechnet Goldhammer durch brancheninterne Umstrukturierungen vor allem in qualitativer Hinsicht mit einem deutlichen Anstieg. Den stärksten Wachstumstreiber bei den Abrufzahlen sieht er in der Nutzung mobiler Geräte wie Smartphones oder Tablets, mit denen die Webradioangebote auch von unterwegs gehört werden können. Vor allem personalisierte Internetradio-Dienste wie Pandora versprechen laut Goldhammer große Wachstumschancen. Pandora ist derzeit aus lizenzrechtlichen Gründen nur in den USA nutzbar. Bei dem Modell sucht die Software automatisch nach Musiktiteln, die den Vorlieben des Hörers entsprechen und stellt daraus ein individuelles Radioprogramm zusammen. Das derartige Dienste in Deutschland noch in den Kinderschuhen stecken, liegt laut Goldhammer vor allem am deutschen Urheberrecht.

Wie der Branchenkenner gegenüber "Radioszene" verlautbarte, entsteht Konkurrenz für die Internetradios derzeit vor allem mit Musik-Streaming-Diensten wie Spotify und Simfy. Wie sich das Aufkommen neuer Dienste längerfristig auf die Branche auswirken wird, ließe sich momentan aber noch nicht einschätzen. Aktuelle Abrufzahlen zur Webradio-Nutzung will Goldmedia Anfang Juli auf den Lokalrundfunktagen in Nürnberg präsentieren.

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