Wenn ein Computer "Game of Thrones" weiterschreibt

31.08.2017, 11:00 Uhr, tk

George R. R. Martin lässt sich viel Zeit mit dem sechsten Teil seines Fantasy Epos. Die Serie ist ihm längst voraus. Doch nun hat eine Künstliche Intelligenz den Roman weitergeschrieben.


Die siebente Staffel von GOT ging diese Woche zu Ende. Doch die wahren Fans warten natürlich auf die Romanfortsetzung vom Autoren George R. R. Martin. Aber der Erscheinungstermin von "The Winds of Winter" wurde schon mehrfach verschoben. Aktuell heißt es, das Buch würde 2018 erscheinen.


Das ist dem Programmierer Zack Thoutt zu lang. Er hat eine Künstliche Intelligenz entwickelt, die auf den KI-Methoden Recurrent Neural Net und RNN beruht. Sie hat alle fünf Bände von "A Song of Ice and Fire" gelesen, immerhin 5376 Seiten. Auf Basis dieses Wissen sagt sie anhand von mathematisch-statistischen Erhebungen den sechsten Band voraus.  
 
Während der Lernphase eignete sich die KI den Stil und die Ausdrucksweisen des Autoren an. Auch Charakter entwickelte es weiter und erfand sogar eine neue Figur. Bisher schrieb die Künstliche Intelligenz fünf Kapitel. Sie sind bei Github verfügbar.
 
Wer jetzt aber hofft, ein vollwertiges Leseerlebnis zu bekommen, der wird enttäuscht. So sagt der Programmierer selbst über die KI: "Es ist offensichtlich nicht perfekt. Es konstruiert keine langfristige Geschichte und die Grammatik ist nicht perfekt. Aber das Netz ist in der Lage, die Grundsätze der englischen Sprache und Struktur selbst zu lernen, die George R. R. Martin pflegt."
 
Außerdem macht die KI Fehler, gerade wenn es um Personen geht, die bereits tot sind. So führt Thoutt weiter aus: "Ein perfektes Modell würde wirklich alles einbeziehen, was in den Bücher passiert ist. Die Realität ist hingegen, dass das Programm nicht gut genug ist dafür. Wenn es so wäre, bekämen Autoren möglicherweise Schwierigkeiten. Bislang aber existiert eine Technologie noch nicht, die einen perfekten Text-Generator trainieren kann, der sich eine komplexe Handlungen über Millionen Wörter merkt."
 
Es besteht also noch keine Gefahr für AutorInnen. 

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