ZDF begrüßt neue Medienrichtlinie der EU

12.07.2018, 09:15 Uhr, jk

Der Kulturausschuss des Europäischen Parlaments hat eine neue Richtlinie für "audiovisuelle Mediendienste" veröffentlicht. Diese trifft zumindest schon einmal beim ZDF auf Zustimmung.


Das ZDF hat die Annahme der neuen Audiovisuellen Mediendienste-Richtlinie vom EU-Kulturausschuss begrüßt. Das neue Mediengesetz auf europäischer Ebene will auf aktuelle Marktentwicklungen und technische Neuerungen reagieren. Bevor es auch in Deutschland greift, muss es nach dem formalen Verfahren im Herbst auch noch in den relevanten Staatsverträgen und Gesetzen umgesetzt werden.


"Menschen nutzen Medien heute anders als früher", stellt ZDF-Intendant Thomas Bellut fest. "Auch wenn das klassische Fernsehprogramm derzeit klar vorne liegt, werden Inhalte auf vielen verschiedenen Ausspielwegen konsumiert. Außerdem sind ganz neue Medienangebote hinzugekommen."

Faire Rahmenbedingungen für alle Anbieter von audiovisuellen Inhalten seien unabdingbar, daher sei die Richtlinie eine gute Grundlage für neue und faire Spielregeln in der digitalen Medienwelt.

Vor allem der Jugend- und Verbraucherschutz soll von der neuen Richtlinie in allen audiovisuellen Medienangeboten profitieren, Plattformen wie Youtube sollen stärker in die Verantwortung genommen werden. Zudem soll die Barrierefreiheit sowie die Unabhängigkeit der jeweiligen Regulierungsstellen gestärkt werden.

Aufgrund neuer Ausspielungswege von Fernsehinhalten bedarf es auch hier weiterer Regelungen. Nur noch mit Zustimmung der Sendeunternehmen dürfen solche Dienste das Programm überblenden. Auf diesem Wege konnten bislang zum Beispiel Werbeverbote umgangen werden.

Eine große Rolle spielt zudem die Auffindbarkeit öffentlich-rechtlicher Inhalte. Was zum Beispiel auf Youtube "viral geht", hat selten gesellschaftlich große Relevanz. Mitgliedsstaaten sollen künftig die Sichtbarkeit von solchen Themen regeln können. In diesen Plan passt auch die "Supermediathek", die Idee eines ZDF-Fernsehratmitglieds (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Auch Bellut vertritt in den Online-Reformplänen der Öffentlich-Rechtlichen eine eher offensive Haltung.

"Es ist vor allem auch im Interesse der Zuschauer und Nutzer, wenn die Bundesländer im neuen Rundfunkstaatsvertrag klare Regeln für die Auffindbarkeit von Inhalten vorsehen, die für die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft eine besondere Bedeutung haben", kommentiert Bellut die EU-Pläne.

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