[jv] Köln - Jürgen Brautmeier, stellvertretender Vorsitzender der Landesanstalt für Medien (LfM) in NRW äußerte sich auf der Veranstaltung "Zukunft Fernsehen" des Euroforums zur aktuellen Diskussion um die Sat-Verschlüsselung.
"Die Grundverschlüsselung muss man in der digitalen Welt akzeptieren", erklärte Brautmeier. Doch sie mache nur dann Sinn, wenn nicht nur einige, sondern alle reichweitenstarken Privatsender an einem Strang ziehen.
Daher führt die Entscheidung des Kartellamts zu einer zwiespältigen Situation, da ProSiebenSat.1 wegen der Gefahr einer Abmahnung durch die Kartellwächter von der Verschlüsselung via Satellit Abstand genommen hat. Brautmeiers Ansicht nach zeige das Kabel, wie die Verschlüsselung mit einer einmaligen Freischaltgebühr eingführt werden könne.
Der Direktor der Medienanstalt Sachsen-Anhalt, Christian Schurig, hatte auf dem diesjährigen FRK-Kabelkongress ebenfalls betont, dass sich mit dem digitalen Fernsehen folgerichtig ein neues Geschäftsmodell entwickelt hat: "Früher wurden die Transportkosten vom Anbieter bezahlt, jetzt vom Endkunden. Man kann aber nicht einfach das analoge Angebot digital übertragen. Für seinen finanziellen Aufwand müssen die Endkunden auch einen Mehrwert bekommen. Denn wenn sie mehr bezahlen sollen, müssen sie auch mehr bekommen."
Die Öffentlich-Rechtlichen sollten sich laut Schurig von ihrer Haltung gegen die Grundverschlüsselung verabschieden, allein dadurch und durch die damit einhergehende Adressierbarkeit könne man einen großen Teil der 3 000 Mitarbeiter der GEZ einsparen und es gäbe keine Schwarzseher mehr.
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