[js] London - Fernsehen nimmt immer mehr die Funktion eines Begleitmediums ein.
Zu diesem Ergebnis sind die britischen Marketing-Consulter des Henley Centre im Auftrag der britischen Medienbehörde Ofcom gekommen, berichtet der Media Guardian. Die erhobenen Daten zeigen einen generellen Anstieg der gesamten Medienkonsumation. Noch dazu kommt laut Studie, dass zu Lasten des TV alles zur selben Zeit konsumiert wird. Der Fernseher erhält dabei immer weniger Aufmerksamkeit. Auch die Begeisterung fürs Internet sei nach wie vor ungebrochen. Geändert habe sich nur die Art des Medienkonsums.
Laut Ofcom haben englische Haushalte mehr Zeit mit Fernsehen verbracht, vermehrt auch Radio gehört und fünf Mal so viel im Internet gesurft als noch vor vier Jahren. Andrew Curry vom Media Centre sieht einen intensivierten Medienkonsum. Es sei das Resultat des Medien-Wettbewerbs, der allerorts stattfindet und den Endverbraucher mit Reizüberflutung überhäuft. Die Gefahr für Radio und Fernsehen bestehe in der Entwicklung hin zum "Nebenbei-Medium". Neben den erhobenen Daten lässt sich laut Curry auch der Trend zur reduzierten Kommunikation innerhalb der britischen Familien erkennen. Der gesteigerte Medienkonsum führe zu Änderungen im innerfamiliären Sozialverhalten und dazu, dass Menschen weniger miteinander reden.
Die gewonnenen Ergebnisse im Bereich der Medienkonsumation haben in Großbritannien unweigerlich zur bereits bestehenden Debatte über die zunehmende Verbreitung der Fettleibigkeit beigetragen. Der gesteigerte Medienkonsum nährt den Vorwurf, dass die Briten zusehends zu Coach-Potatoes verkommen, meinen Gesundheitsexperten und Selbsthilfe-Gruppen. Nach einer EU-weiten Studie befindet sich Großbritannien nur an sechster Stelle in einem Ranking der "aktivsten Nationen". Mehr als 60 Prozent der Briten wird ein Lifestyle attestiert, der sich rund ums Sitzen dreht und sich nicht viel mit Körperertüchtigung in der Freizeit beschäftigt. (pte)
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