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07.07.09

Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus

[vo] Nürnberg - Vor rund 500 Gästen eröffnete der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für
neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, heute im Congress Center Ost der Messe Nürnberg die 17. Lokalrundfunktage.

In seiner Eröffungsrede sprach sich Ring dafür aus, private Rundfunkanbieter mit einem Teil der Rundfunkgebühr zu fördern. So müsse die Medienpolitik gerade in Zeiten, in denen der ökonomische Wettbewerb zwischen beiden Säulen des dualen Systems im Prinzip nicht mehr stattfinde, weil die werbefinanzierten privaten Angebote kaum mehr Chancen hätten gegenüber gleichartigen gebührenfinanzierten und teilweise werbefreien Angeboten, den privaten Rundfunk in Überlegungen zum gesellschaftlichen Mehrwert von Rundfunkinhalten einbeziehen.

Gesellschaftlich erwünschte Programmformate und -inhalte könnten auch von privaten Anbietern eingebracht werden, wenn sie dafür Förderung erhalten würden. Dies solle insbesondere für lokale Inhalte gelten.
 
"Vorbild kann hier durchaus das Schweizer Modell sein: In der Schweiz fließen aktuell gut vier Prozent der Rundfunkgebühr, das sind 33 Millionen Euro, an lokale Hörfunk- und Fernsehanbieter, um einen gesellschaftlichen Mehrwert dieser Programmangebote sicherzustellen", so Ring.

In seiner Eröffnung stellte Ring zudem fest, dass die Krise nun endgültig auch die Medien erreicht habe: "Dabei hat das Medium Radio die ersten Monate der Krise besser als jedes andere der klassischen Medien überstanden, es hat sogar zugelegt. Im ersten Quartal dieses Jahres hat die Gattung laut Nielsen brutto um zehn Prozent mehr aus Werbeeinnahmen erwirtschaftet als im gleichen Quartal des Vorjahres, im April waren es dann noch fünf Prozent. Mittlerweile gibt es allerdings auch beim Radio Einbußen und die Kurzfristigkeit der Werbebuchungen hat sich noch
einmal erhöht."

Für den aktuellen Beschluss des VPRT gegen die Einführung von DAB plus habe er kein Verständnis, so Ring "da die Renditen, die vor allem die landesweiten Sender erwirtschaften, nach wie vor höher als in jedem anderen Bereich der klassischen Medien. So würde für diese Sender eine Simulcast-Ausstrahlung ihrer UKW-Programme in DAB bzw. DAB plus keinerlei wirtschaftliches Problem darstellen. Für die Akzeptanz wäre es andererseits äußerst wichtig, dass z.B. Antenne Bayern in DAB gehört werden kann."

Interessant finde er zudem, "dass die Verbände, die die kleineren und mittleren Anbieter vertreten, wie der VBL und die APR sich nachdrücklich für die Einführung von DAB plus einsetzen. Zudem zeigt eine ganz aktuelle Befragung aller privaten deutschen Hörfunkveranstalter, dass sich ein gutes Drittel auf die kommenden Ausschreibungen bewerben bzw. bestehende Programme simulcast ausstrahlen wollen. "

Allerdings forderte auch der BLM-Präsident eine öffentliche Förderung der privaten Seite im Hinblick auf den Netzausbau und den Netzbetrieb für DAB plus: "Als das duale System vor 25 Jahren begann, wurde die Kabelinfrastruktur aus Steuermitteln geschaffen, und UKW war bereits etabliert. Ohne diese Infrastruktur wäre es nie zum dualen System heutiger Ausprägung gekommen, weil es für viele private Anbieter wirtschaftlich nicht möglich gewesen wäre, eine eigene Infrastruktur aufzubauen".

Gleiches gelte heute für neue digitale terrestrische Netze. Hier ist die Einstiegshürde für private Anbieter unerträglich hoch. Deshalb forderte er eine neutrale technische Infrastruktur, die durch öffentliche Gelder finanziert und von beiden Säulen des dualen Systems genutzt werden solle.

"Ohne öffentliche Gelder für die entsprechende Infrastruktur lässt sich bundesweites Digital Radio mittelfristig von den meisten Privatradios kaum zu finanzieren. Andererseits hätten risikobereite Investoren bei optimalen Rahmenbedingungen langfristig auch gute Gewinnchancen", so Ring.

Er sprach sich dafür aus, "dass die bundesweiten Kapazitäten ausgeschrieben werden, sobald die Zuordnung der Übertragungskapazitäten durch einen entsprechenden Beschluss der Ministerpräsidenten erfolgt ist."

Nach der Eröffnung und Begrüßung durch den BLM-Präsidenten wurden im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung sowohl die Ergebnisse der Funkanalyse Bayern 2009 bekannt gegeben als auch die BLM-Hörfunk- und -Fernsehpreise sowie der Verkündigungspreis des Evangelischen Presseverbands und des St. Michaelsbunds verliehen.

An den beiden Veranstaltungstagen 7. und 8. Juli finden 19 Workshops zu Themen des lokalen Rundfunks statt. Insgesamt haben sich über 1 200 Teilnehmer zu den Lokalrundfunktagen in Nürnberg angemeldet.
 
 
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Kommentare
 
#1 von camaro >> 7.7. 2009 >> 12:02
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Gleich geht's los!
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#2 von Tiger02 >> 7.7. 2009 >> 12:06
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Die sind wohl nicht mehr ganz dicht!! Jetzt wo ihr Geschäftsmodell nicht mehr richtig funktioniert, wollen sie alle abzocken.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#3 von nmmicha >> 7.7. 2009 >> 12:12
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Wieso ist doch tolles FreeTV dafür kann man doch auch was abdrücken oder.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#4 von jamiro029 >> 7.7. 2009 >> 12:15
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Das ist wie eine Bestellung die keiner wollte und jeder bezahlen muss, absoluter quatsch und nicht KOnform mit der Verfassung.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#5 von aseidel >> 7.7. 2009 >> 12:17
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Warum soll man für Call-In, Gerichtshows oder irgendwelche Doku-Soaps bezahlen.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#6 von _MR_ >> 7.7. 2009 >> 12:19
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Warum nicht? Für den Öffentlich Rechtlichen Schwachfunk mit seinem 80+ Programm darf doch auch jeder Rundfunkgebühren abdrücken. Das wäre dann ausgleichende Gerechtigkeit.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#7 von didimax >> 7.7. 2009 >> 12:24
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Ja,Ja, den Sozialismus in seinem Lauf.............

Zum Glück muss der Luwig Erhardt diesen Schwachsinn nicht mehr hören!
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#8 von teletext >> 7.7. 2009 >> 12:36
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Das ist sicher kein Schwachfunk, dort gibt es jede Menge interessante Programme, die die privaten Sender niemals anbieten werden, weil dort nur die Quote zählt. Für gute Dokus, Politmagazine usw. zahle ich gern. Für den Müll bei den Privaten zahle ich schon genug an der Supermarktkasse.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#9 von gluecksritter >> 7.7. 2009 >> 12:37
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Wenn die primaten Dummfunker sich ihre Sch.eiß-Sender nimmer leisten können, sollens den Sendebetrieb einstellen...
RTL würde ich von allen gar nicht vermissen.
go to hell, Mr. Ring
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#10 von Lechuk >> 7.7. 2009 >> 12:47
AW: Ring spricht sich für Rundfunkgebühr für private Anbieter aus
Mal ne andere Frage:
Ist somit die Verschlüsselung der privaten und insbesondere seitens RTL vom Tisch?
Oder verschlüsselt RTL und bezieht dadurch fehlende Gelder und die anderen Privaten bekommen etwas aus dem GEZ Säckel?
Wenn ja:
Wird es sich dann RTL nicht vieleicht doch noch mit dem verschlüsseln überlegen?
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