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25.01.10

Steuern statt GEZ-Gebühren

[mw] Hamburg - Der Vertreter Hamburgs in der Rundfunkkommission der Länder, Nikolas Hill, hat eine Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus Steuergeldern ins Gespräch gebracht.

Nikolas Hill, der Vertreter Hamburgs in der Rundfunkkommission der Länder, hat einen dritten Weg der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorgeschlagen. In einem Gastbeitrag für "Die Welt" vertritt Hill die Position, weder der bisherige gebührenfinanzierte Weg noch die derzeit diskutierte Medienabgabe pro Haushalt lieferten zufriedenstellende Ergebnisse.

Eine fortgeschriebene gerätebezogene Gebühr, lediglich durch eine umgekehrte Beweislast reformiert, brächte vor allem Verwaltungsaufwand, so Hill. Auch bei der zur Zeit diskutierten Medienabgabe stelle sich die Frage, ob eine solche Sonderabgabe, die sich im Wesentlichen an die Allgemeinheit richte, finanzverfassungsrechtlich zulässig sei.

Daher schlägt Hill eine Finanzierung aus Steuermitteln vor. "Die Abgabe sollte weder an Geräte noch an Haushalte gekoppelt werden, sondern an den Besitz von Objekten wie Wohnungen oder Büros." Die Daten der Eigentümer stünden im Grundbuch, das aufwendige und datenschutzrechtlich problematische Verfahren zur Erfassung aller Wohnenden entfiele.

 
Nikolas Hill
Bild: Senatskanzlei Hamburg
Vermieter könnten die entstehende Kostenbelastungen über die Nebenkostenabrechnungen an ihre Mieter weitergeben, so wie sie es mit der Grundsteuer auch tun, so Hill. Vermieter, die die Rundfunkgebühren nicht an ihre gebührenbefreiten Mieter weitergeben können, bekämen diese vom Finanzamt erstattet. "Die Probleme des Gebührenrechts wären so gelöst und die Praxis des Gebühreneinzugs deutlich vereinfacht. Die Institution GEZ wäre ebenso hinfällig wie die Kontrolleure an den Haustüren."

Da diese neue Form der Finanzierung eine Steuer wäre, müsste das Grundgesetz geändert werden, um die Steuergesetzgebung in der Bund-Länder-Kompetenzverteilung zu ermöglichen. "Das klingt schwierig. Doch eine nachhaltige neue Gebührenregelung, die anschließend einfach zu handhaben ist und auf breite Akzeptanz stößt, sollte diese Mühe wert sein", so Hill.

Wenn sich die objektbezogene Abgabe als der beste Weg zu einer gesicherten Zukunft des dualen Rundfunksystems in Deutschland bestätigte, werde die Einführung als Steuer anfangs auf Kritik stoßen langfristig aber die Basis für eine breite Akzeptanz und einen gesicherten Fortbestand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bedeuten, sagte Hill.
 
 
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Kommentare
 
#1 von Zodac >> 25.1. 2010 >> 13:04
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
Würde ich sehr begrüßen. Gute Idee!

Greets
Zodac
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#2 von skykunde >> 25.1. 2010 >> 13:07
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
Und bitte auch für Premiere... ähm Sky. Begründung: "Es kann nicht sein, dass [Pseudo_Argument_hier_eintragen]!".

Ganz ehrlich, aber diese Leute von der GEZ nimmt doch keiner mehr ernst. Jetzt wollen sie also über Steuern an die Kohle ran.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#3 von -wolf- >> 25.1. 2010 >> 13:15
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
Ich nicht. Mal abgesehen von der nötigen GG Änderung halte ich einen Staatsrundfunk wie in Frankreich nicht für so eine gute Idee. Eine vernünftige Alternative zur GEZ, gerne.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#4 von pfennigfuchser >> 25.1. 2010 >> 13:15
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
Die Idee finde ich gut. Aber das Problem kann man auch anders lösen. Man nimmt einfach eine MW-Steuer-Erhöhung oder führt eine neue Steuer ein. Dann müsste man nicht den Weg über die Vermieter nehmen. Und man würde einen Verwaltungsapparat einsparen. Theoretisch wäre es überhaupt kein Problem, so die Rundfunkanstalten zu finanzieren.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#5 von hendrik1972 >> 25.1. 2010 >> 13:16
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
was bitte sind "GEZ-Gebühren"???...Gebühreneinzugszentrale-Gebühren???...
wann verschwindet endlich mal diese dümmliche wortschöpfung?...
der df-redaktion wünsch ich,"Rundfunkgebühren" in ihren wortschatz aufzunehmen...
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#6 von Hose >> 25.1. 2010 >> 13:17
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
Was geht es den Vermieter an ob jemand gebührenbefreit ist oder nicht.Man wälzt die Arbeit auf die Vermieter ab die hierfür einen wohl unbezahlten Aufwand treiben sollen.
Das ist nicht wirklich sinnvoll!
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#7 von skykunde >> 25.1. 2010 >> 13:25
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
Die Kosten für die Abrechnung und die Gebühren an sich werden dann vom Mieter GEZahlt, ist doch toll. Damit übernimmt der Vermieter gleich mal die Hausbuchfunktion, wie in der DDR. Egal welches System durchkommt, jeder wird bald zahlen müssen und es wird mehr sein als bisher.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#8 von radio bino >> 25.1. 2010 >> 13:26
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
Ja, warum nicht direkt von Lohn abgezogen, wär doch einfacher. Und die wo jetzt von den Rundfunkgebühren befreit sind können doch dann ein Antrag beim Finanzamt auf Rundfunksteuerbefreiung stellen.
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#9 von -wolf- >> 25.1. 2010 >> 13:26
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
Total OT: Was ist/war ein Hausbuch?
auf diesen Kommentar >> antworten
 
#10 von skykunde >> 25.1. 2010 >> 13:30
AW: Steuern statt GEZ-Gebühren
[URL]http://de.wikipedia.org/wiki/Hausbuch_(DDR)
Hierbei gehts natürlich um die Arbeit und das Einkommen, nicht um Aufhenthalte.
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