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  • Studie: Digitalisierung führt zu Zuschauerschwund

30.08.2006, 15:07 Uhr, sch

Siegen/St. Augustin/Neunkirchen - Die fortschreitende Digitalisierung soll dazu führen, dass die Zuschauer eher weniger als mehr fernsehen.


Dies habe die dritte Studie der Reihe "TV2010" zur Nutzung digitaler TV-Inhalte ergeben, die im Auftrag des Software-Anbieters Buhl Data Service durchgeführt wurde.

Der Zuschauer werde anspruchsvoller und wähle sein Programm sorgfältiger aus. Da der Zuschauer auch über andere Medien wie Internet oder Spielkonsole immer und überall auf Information und Unterhaltung zugreifen könne, weigere er sich, die starren Programm-schemata der TV-Sender zu akzeptieren, erklärt Buhl-Data. Statt der durchschnittlichen 230 Minuten würden die Digital-Haushalte der Studie zufolge nur noch 130 Minuten in die Röhre schauen. Statt durch wahlloses Zapping werde vielfach gezielt geplant, was gesehen wird.
 
Mit der Digitalisierung hat sich bislang vor allem die Breite des Angebots erhöht, doch bei mehreren Hundert Kanälen sei Zapping kein adäquates Mittel, um der Bilderflut zu begegnen. Der Nutzer digitaler Angebote sei darauf angewiesen, sich einen eigenen Zugang zum Programm zu schaffen, was die Zuschauer über den verstärkten Einsatz von EPG und Internet lösen. Die Studie belege, dass je mehr Sender verfügbar sind, desto mehr werde deren Rezeption gezielt geplant. Dafür nutze der Zuschauer das Internet und elektronische Programmführer zur Orientierung. Somit wandle sich der Nutzer vom passiven Zuschauer zum aktiven "Selector", der selbst bestimmt, welche Inhalte er wann, wo und wie konsumieren möchte.
 
Wie Jan Heß, der Projektleiter der Untersuchung äußerte, ist der Mut zu innovativen Formaten wie beispielsweise im britischen Fernsehmarkt weitestgehend nicht existent. Zudem verliere der Sender als Marke zunehmend an Bedeutung, da es nur darauf ankomme, ob eine Sendung die individuellen Bedürfnisse befriedigt. Auf der anderen Seite weckten technische Showcases und Spielereien wie mobiles Fernsehen wenig Interesse bei den Zuschauern. Diese wünschten sich eher geeignete Features um beispielsweise interessante Sendungen einfach aufzuzeichnen, wie über Festplattenrekorder und Personalisierungsfunktionen, so Heß abschließend. Die Studie "TV 2010 - Mission Complete?" soll nach der IFA öffentlich vorgestellt werden.
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