VPRT bekräftigt Notwendigkeit zur Verschlüsselung

06.12.2006, 13:37 Uhr, sch

Nach dem gestrigen Rückzug von ProSiebenSat.1 bekräftigte Jürgen Doetz, Vorsitzender des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) auf Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN, dass die Verschlüsselung dennoch eine Notwenigkeit darstelle.


Nach Ansicht von Doetz steht der Rückzug der Müncher Sendergruppe nicht im Gegensatz zu einer Verschlüsselung von deren Programmen. "ProSiebenSat.1 hat sich von Entavio verabschiedet, grundsätzlich jedoch nicht von der Notwendigkeit einer Verschlüsselung", so Doetz.

Ähnlich hatte sich auch ProSiebenSat.1-Sprecherin Katja Pichler gestern Abend geäußert: "Wir haben uns nur aus dem Projekt Dolphin von SES Astra zurückgezogen". Es sei allerdings noch offen, ob ProSiebenSat.1 ihre Sender künftig verschlüsselt ausstrahlen will oder nicht und ob die Sender der Kette mittelfristig noch kostenfrei von Satellitenzuschauern empfangen werden können, so Pichler am Dienstag.
 
Der VPRT beharrt indessen auf seiner Position: "In der digitalen Welt ist die Verschlüsselung notwendig und die Adressierbarkeit eine zwingende Voraussetzung für neue Geschäftsmodelle als Treiber für eine erfolgreiche Digitalisierung" fasst VPRT-Chef Doetz noch einmal zusammen.
 
Seine Kritik richte sich vor allem an das Kartellamt: "Die aktuelle Pressepolitik des Kartellamtes ist im Übrigen ein guter Beleg dafür, dass es hohe Zeit für den Gesetzgeber ist, das Kartellamt in seine Schranken zu verweisen, wenn dazu die Rechtsaufsicht nichts bewirken kann," so Doetz abschließend.
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