IPTV bleibt weiterhin Telekom-Sorgenkind

13.08.2007, 14:47 Uhr, lf

Bonn - Genaue Nutzerzahlen will die Deutsche Telekom AG weiterhin nicht nennen, aber eins ist klar: Das Internet-TV-Angebot "T-Home" ist bisher ein wirtschaftlicher Flop. Die zunächst ins Auge gefassten eine Million Kunden bis Ende des Jahres erwiesen sich bald als utopisch.


Wie die "Süddeutsche Zeitung" vergangene Woche berichtete, haben nicht näher benannte Telekom-Manager eingestanden, dass der Marktstart bisher nicht gelungen ist. Genaue Zahlen konnte auch die renommierte Tageszeitung nicht liefern, aber die Nachfrage liege wohl weit unter den Erwartungen.

So hatte der neue Telekom-Chef René Obermann bereits die Geschäftsziele deutlich heruntergeschraubt. So sind von den ehemals eine Million angepeilten Kunden bis Ende des Jahres jetzt noch 100 000 bis 200 000 übrig geblieben. Außerdem hatten die Telekom-Manager gegenüber der "SZ" zugegeben, dass die Telekom mit ihrem IPTV-Angebot zu früh gestartet ist.
 
So gab es zu Beginn massive technische Probleme, zudem sei der Ausbau des neuen Glasfasernetzes VDSL nur schleppend vorangegangen. Wie die "SZ" weiter berichtet, soll die technische Reichweite Ende 2007 dann bei 17 Millionen Kunden liegen. Der scheidende Premiere-Vorstandsvorsitzende Georg Kofler geht davon aus, dass zirka zehn Prozent dieser Haushalte auch am Pay-Fußball interessiert ist.
 
Für die Bundesliga-Rechte, welche die Ausstrahlung im Internet erlauben, bezahlt die Telekom 50 Millionen Euro pro Saison an die Deutsche Fußball Liga (DFL). Damit gibt der Telekommunikationsriese pro Spieltag 1,5 Millionen Euro allein für die Lizenz aus, dazu kommen noch die Kosten, welche Premiere für die Produktion des TV-Signals in Rechnung stellt.
 
Die angekündigte Revolution des TV-Markts lässt also noch ein Stück auf sich warten. Jetzt soll das IPTV-Projekt zur IFA neu gestartet werden, ein erster Schritt ist die Ausweitung auf ADSL2+. So können seit vergangener Woche auch Haushalte mit einem 16 Mbit-Anschluss das IPTV-Angebot von T-Home bestellen, allerdings dann ohne die Sender im hochauflösenden TV-Standard (IPTV).
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