IFA 2007: Die Zukunft liegt in der Vernetzung

17.08.2007, 09:42 Uhr, lf

Berlin - Kaum eine der zahllosen IFA-Neuheiten arbeitet noch völlig selbstständig: Der digitale Austausch von Unterhaltung und Informationen gehört zu den elementaren Fähigkeiten der jüngsten Geräte-Generation.


Die Erhöhung der Bandbreiten bei den Übertragungswege haben diesen Trend zur universellen Vernetzung gefördert. Die klassische Ethernet-Verkabelung, ursprünglich eine Erfindung zur Verbindung von Büro-Computern, transportiert heute bis zu ein Gigabit pro Sekunde. Dies genügt, um dutzende HDTV-Signale gleichzeitig zu übertragen.

Wireless LAN ermöglicht die komfortable, drahtlose Funkverbindung und schafft mittlerweile dank neuer Standards bis zu 200 Megabit je Sekunde. Auf dieselbe Geschwindigkeit kommt die Vernetzung nach der neuen Norm Homeplug AV, also die Datenübertragung über das vorhandene Stromnetz.
 
All diese Infrastrukturen haben sich als Medien-Highways in den privaten vier Wänden fest etabliert. Die IFA 2007 zeigt eine Fülle von Geräte-Arten, die Medieninhalte und Daten über solche Netze austauschen können. Die Palette reicht von AV-Receivern über Stereoanlagen bis hin zu Medien-PCs. Auch spezielle Medien-Player gibt es in großer Auswahl zu sehen, kompakte Geräte also, die Bild und Ton aus dem Netz abrufen, decodieren und an den Fernseh-Bildschirm oder an die HiFi-Anlage übertragen.

Eine der interessantesten Fernseher-Neuheiten der IFA hat den Medien-player samt Home-Plug-Adapter sogar gleich an Bord. Praktisch bedeutet das: Sobald das Fernsehgerät mit dem Stromnetz verbunden ist, kann es über diesen Weg Videos, Digitalfotos und Musik von einem Computer abrufen. Eine andere komfortable Lösung demonstriert auf der IFA, wie ein Video-Film dem Zuschauer über das Heimnetzwerk in alle Räume des Hauses folgen kann.
 
Auch innovative Speicherlösungen gehören zu den spannenden Netzwerk-Technologien der IFA 2007. NAS-Festplatten zum Beispiel (das Kürzel steht für „Network attached Storage“) nehmen direkten Kontakt zum Heimnetz auf und stellen allen vernetzen Endgeräten im Haushalt zentrale Medienarchive zur Verfügung - ganz ohne Mitwirkung eines Computers.
 
Darüber hinaus bereitet sich der Home-Server-Markt weiterhin auf seinen Durchbruch vor. Dabei handelt es sich um Rechner, die ganz darauf abzielen, Medieninhalte und Daten im Netzwerk zentral zu speichern und zum Abruf anzubieten. Sie eignen sich auch perfekt zur komfortablen Datensicherung aller PCs im Haushalt. Solche Spezialcomputer werden komplett ferngesteuert, zum Beispiel über den Fernsehbildschirm im Wohnzimmer. Sie kommen deshalb ohne eigenen Monitor und ohne Tastatur aus.
 
Die Anbindung an ein komplettes Heimnetzwerk ist aber längst nicht die einzige Art, wie digitale Komponenten Daten austauschen und harmonisch zusammenspielen. Auf kurze Distanzen ausgelegte Funkübertragungssysteme wie Bluetooth eignen sich zum Beispiel, um mobile Audiogeräte mit der HiFi-Anlage oder dem Auto-Radio zu verbinden. Und selbst gewöhnliche MP3-Player taugen für diese Art des Funkverkehrs: Spezielle Bluetooth-Adapter machen es möglich.
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