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  • Kabelnetzbetreiber EWT: Sparen statt DVB-T

22.10.2003, 14:41 Uhr, fp

Berlin - Der Kabelnetzbetreiber EWT fordert von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Sparbereitschaft statt einer weiteren Gebührenerhöhung auf dann monatlich 17,22 Euro.


Die jetzt geforderte Erhöhung der GEZ-Gebühren sei laut EWT vom Zeitpunkt und von der Höhe her ein Unding. Statt an einer Senkung der Abgaben mitzuwirken, werde viel Geld für fragwürdige Experimente ausgegeben. Als Sparmöglichkeit nennt EWT den Verzicht auf die Millioneninvestitionen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in die DVB-T Technologie. Hier werde viel Geld für die wenigen noch verbliebenen Haushalte mit konventionellem Antennenempfang verpulvert.
 
Der Düsseldorfer Medienexperte Ralf Sürtenich hatte in einer Studie über Kabel, Satellit und Antennenempfang die jährlichen Kosten pro Fernsehprogramm und Wohnungseinheit verglichen. Die Erkenntnis seiner Studie: "rein wirtschaftlich gesehen ist die Investition in DVB-T in Deutschland absoluter Unsinn." Dies sei laut Sürtenich auch ein Grund, warum privatwirtschaftliche Konzerne an DVB-T kein Interesse zeigten. Die Studie zeige auch, dass die Programmverteilung über Satellit oder das TV-Kabel deutlich günstiger erfolgt, als dies über DVB-T möglich wäre.
 
Für EWT ist es eine Überlegung wert, auf die Terrestrik ganz zu verzichten und diese Spareffekte zu nutzen, statt durch die Einführung neuer Techniken die Subventionen weiter auszubauen. Durch DVB-T steige nicht nur die GEZ-Gebühr sondern auch die zusätzliche Belastung der privaten Haushalte: für jedes Fernsehgerät und jeden Video-Recorder müssten sich diese Haushalte jeweils einen separaten DVB-T Decoder anschaffen.
 
Da sich Deutschland laut EWT bereits jetzt das teuerste öffentlich-rechtliche Gebührensystem der Welt leiste, sollten ARD und ZDF mit derzeit 6,75 Milliarden Euro Jahresetat auskommen und auf das kostspielige DVB-T Abenteuer verzichten. Private Sendeanstalten hatten sich ebenfalls über die geplante Gebührenerhöhung massiv beschwert, da überall gespart werden müsse, nur offensichtlich bei den Öffentlich-Rechtlichen nicht.
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