Astra-Studie: Verkauf digitaler Set-Top-Boxen stagniert

15.03.2008, 07:00 Uhr, lf

München - Wie aus einer Studie des Satellitenbetreibers Astra hervorgeht, entwickeln sich die Verkaufszahlen digitaler Set-Top-Boxen in Deutschland insgesamt negativ. Analog-Geräte sind weiterhin beliebt.


So muss besonders in den letzten zwei Jahren ein erheblicher Verkaufsrückgang konstatiert werden. Im Jahr 2006 sind der Studie zufolge beispielsweise 470 000 digitale Empfangsgeräte weniger verkauft worden als noch im Vorjahr. Für das digitale Kabel bedeutete dies einen Rückgang um 70 000, für den digitalen Sat-Empfang sogar um 90 000 Geräte.

Hauptfaktor für die negative Bilanz sind jedoch die rapide sinkenden Verkaufszahlen bei DVB-T-Receivern. Seit 2006 hat sich hier die Zahl verkaufter Geräte von 1,6 Millionen auf 1,02 Millionen verringert, was immerhin einem Minus von fast 600 000 Receivern entspricht.
 
Eine Steigerung um 213 000 Geräte gab dagegen im letzten Jahr beim digitalen Sat-Empfang, die Situation im Kabel ist jedoch nach wie vor verheerend: Dass der Anteil digitaler Kabelanschlüsse in Deutschland gerade einmal 23 Prozent beträgt, spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen der Set-Top-Boxen für Kabel wieder: Trotz eines leichten Plus im letzten Jahr von 54 000 Boxen sind nur insgesamt 404 000 Geräte an den Mann gebracht worden.
 
Die Tendenzen für dieses Jahr sind bis auf den DVB-T-Bereich verhalten optimistisch, aber nicht vergleichbar mit der positiven Entwicklung bis 2005. So solle die Anzahl verkaufter Set-Top Boxen für Sat und digital leicht ansteigen, um 47 000 bzw. 66 000 Geräte. Bei DVB-T-Receivern wird dagegen ein weiterer Einbruch von 266 000 Geräten weniger erwartet.

Der Grund für die nur niedrigen Steigerungen: Das weitere Festhalten am analogen Fernsehen im "digitalen Entwicklungsland" Deutschland. So zumindest hatte sich Astra Deutschland-Chef Elsäßer bei der Präsentation der Studie ausgedrückt.
 
So steht dem schwächelnden Markt für digitale Empfangsgeräte eine äußerst positive Entwicklung im Analogbereich gegenüber: Dort gab es 2007 im Vergleich zum Vorjahr zwar einen kleinen Rückschlag von 61 000 Geräten, dieser werde jedoch laut Astra im kommenden Jahr mehr als wettgemacht. Demnach sollen 2008 zusätzliche 213 000 analoge Receiver über den Ladentisch gehen. Das entspräche fast 30 Prozent aller verkauften Empfangsgeräte und würde eine fünfprozentige Steigerung gegenüber dem letzten Jahr bedeuten.
 
Im Kern untermauern diese Zahlen nur das, was Astra schon lange kritisiert: Die Rückschrittlichkeit Deutschlands in der Digitalisierung des Fernsehens und die Zögerlichkeit der Fernsehmacher und -zuschauer, das analoge Zeitalter abzuschließen.
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