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  • Digital Radio: Welche Zusatzdienste braucht eine Massentechnologie?

26.11.2003, 17:32 Uhr, fp

Eltville - Mehrwert- und Zusatzdienste des Digital Radios werden in Zukunft wichtige Bestandteile der mobilen Massenkommunikation sein.


Vor allem bei Fahndungsaufrufen oder Vermisstenanzeigen könnte das Digital Radio wesentlich zu einer schnellen und reibungslosen Verbreitung der Informationen beitragen. "Bestehende Systeme wie UKW Radio oder Fernsehen haben oft nur eine begrenzte Reichweite", sagte Michael Richter vom Verein Digital Radio Mitteldeutschland auf dem Frankfurter Zukunftssymposium Digital Radio am 26. November. Selbst das Internet sei in der Regel nur auf einen individuellen Austausch von Informationen begrenzt. "Digital Radio bietet die nötige Bandbreite um möglichst schnell möglichst viele Empfänger mit Informationen in Form von Texten und Bildern zu versorgen." Fahndungsmeldungen oder Verkehrsberichte könnten so bereits nach ein bis zwei Minuten ein großes Publikum erreichen.
 
Über Zusatzdienste könnten sich in Zukunft auch Mobilfunk und digitaler terrestrischer Rundfunk zusammenführen lassen. Mit Hilfe des Systems CISMUNDUS kann der Nutzer dann mit einem Endgerät fernsehen, Zusatzinformationen abrufen, Informationen versenden oder Videobeiträge einspielen. "Bei einem Fußballspiel kann man so im Stadion sitzen, sich das Spiel aber auch gleichzeitig aus verschiedenen Blickwinkeln auf dem Display anschauen und zusätzlich Informationen über ein Match abrufen, das parallel ausgetragen wird", sagte Christoph Dosch vom Institut für Rundfunktechnik. Das herausragendste Merkmal von CISMUNDUS sei das intelligente Inhaltsmanagement. So könne das System beispielsweise eigenständig entscheiden ob Rückfragen des Nutzers über einen Rückkanal oder über den Hauptsendekanal beantwortet werden. "Trotzdem gilt für mich: Die Killeraplikation von Fernsehen ist weiterhin fernsehen und die Killeraplikation von Mobilfunk ist telefonieren", sagte Dosch.
 
Dass moderne Technologien auch beim Wohnen schon jetzt eine wichtige Rolle spielen können, zeigte die Architektin Andrea Stuhl vom Projekt Tucherschloss. "Die Mehrheit der Gebäude wird noch heute nach dem technischen Stand der sechziger Jahre eingerichtet", sagte Stuhl. Auf einer Etage des Schlosses hat sie die Idee eines intelligentes Hauses verwirklicht. So schalten sich beispielsweise in der Küche die Herdplatten automatisch ab. Bislang sei es allerdings noch nicht gelungen die Menschen für diese Technologien zu gewinnen. "Da ist kein Silberstreif am Horizont zu erkennen", sagte Stuhl.
 
Auf dem Frankfurter Zukunftssymposium unter dem Motto "Rundfunk im digitalen Umbruch - Chancen für neue Geschäftsmodelle" diskutierten Manager und Visionäre aus den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen einen Tag lang neue Geschäftsmodelle und Visionen, die sich durch die Digitalisierung des Rundfunks eröffnen.
 
Philipp Dudek
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