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  • Aktion Mensch hält weiterhin an Werbeeinnahmen fest

16.07.2008, 02:30 Uhr, ar

Leipzig - Ob die "Aktion Mensch" des ZDF nach dem Werbeverbot ihre Einnahmen auch weiterhin garantieren kann, ist noch unsicher. Dennoch will die gemeinnützige Fernsehlotterie an der Geldquelle Werbung festhalten.


Wie der Geschäftsführer von "Aktion Mensch", Dieter Gutschick, gegenüber DIGITAL FERNSEHEN bestätigte, "warten wir noch auf einen offiziellen Bescheid unserer Genehmigungsbehörde, gegen den wir gerichtlich, eventuell verbunden mit einer einstweiligen Verfügung, vorgehen können". Eine solche Entscheidung sei wichtig, damit die gemeinnützige Fernsehlotterie Aktion Mensch ihren nächsten Werbeschwerpunkt im Herbst in Angriff nehmen könne. Denn, so präzisierte Gutschick, Aktion Mensch verfolgt zunächst die Strategie, "den alten Spot weiter ausstrahlen zu dürfen".

Auch in Zukunft will das Unternehmen weiterhin mithilfe von Werbung Einnahmen erzielen. Dazu entwickelt "Aktion Mensch" in Zusammenarbeit mit der ARD-Fernsehlotterie und dem Wissenschaftlichen Forum Glücksspiel an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg ein Modell, "wonach das Gefährdungspotential einzelner Glücksspiele ermittelt wird."
 
So will "Aktion Mensch" erreichen, dass der Staatsvertrag, in dem die Glücksspiele geregelt sind, modifiziert wird. "Wir sind eine soziale Lotterie, die wegen ihres geringen Gefährdungspotentials das Privileg der Fernsehwerbung hat. Das sollte auch in den Rechtsfolgen zu geringeren Eingriffen führen."
 
Um diese Rechtsfolgen zu erwirken, müssen alle 16 Bundesländer einer Gesetzesänderung zustimmen. Sollte dieser Versuch scheitern, hätte das dramatische Konsequenzen für "Aktion Mensch", die jährlich rund 170 Millionen Euro an gemeinnützige Organisationen vergibt.
 
Die Länder hatten für Glücksspiele im Fernsehen ein Werbeverbot verhängt. Danach darf Aktion Mensch auf Anordnung der Lottoaufsicht keine Werbespots mehr ausstrahlen. Begründet worden war dieses Vorgehen damit, dass die Filme zu emotional seien (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
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