ARD/ZDF: "Ohne Werbeeinnahmen würden sich Gebühren um 1,40 Euro erhöhen."

10.12.2008, 02:00 Uhr, lf

Leipzig - Zum 1. Dezember startete der gemeinsame Vertrieb der ARD & ZDF Fernsehwerbung.


Im Interview mit DIGITAL FERNSEHEN sprach der Leiter des ZDF Werbefernsehens, Hans Joachim Strauch über die Zusammenlegung. Es wird weiterhin eigene Werberahmenprogramme und getrennte Angebote geben.

DIGITAL FERNSEHEN: Wird es bei dem Firmennamen bleiben?
 
Hans-Joachim Strauch: Der Name wird ARD & ZDF Fernsehwerbung bleiben. Er ist bewußt so deutsch gewählt, damit sich der Vertrieb der beiden öffentlich-rechtlichen Häuser auch im Namen von den Vertrieben der kommerziellen Konkurrenz unterscheidet.
 
DF: Wird nun bei der ARD und beim ZDF die selbe Werbung zu sehen sein?
 
Strauch: Nein, es wird weiterhin eigene Werberahmenprogramme und getrennte Angebote geben. Es wird auch weiterhin Kunden geben, die den Zielguppen des einen Angebots den Vorzug vor den anderen geben werden. Die Mitarbeiter des Vertriebs werden Angebote zu beiden Qualitätsprogrammen mit zu den Kunden nehmen. Sollte der Kunde Intersse zeigen, wird der Vertriebsmitarbeiter für detailierte Informationen den Service Bereiche des jeweiligen Hauses ansprechen.
 
DF: Welche Vorteile bietet ein gemeinsamer Vertrieb?
 
Strauch: Unser Ziel ist es insbesondere Neukunden zu gewinnen. Je größer das Portfolio der Qualitätsprogramme ist, die der Vertrieb anbieten kann, umso größer ist die Chance, daß sich eine Tür zu einem neuen Kunden öffnet. Diese geballte Qualitätsoffensive bietet dem Kunden den Vorteil, daß in beiden Programmen seine individuellen Wünsche auffangen können und somit eine kundenorientiete Lösung immer möglich ist.
 
DF: Welche Nachteile hat sie?
 
Strauch: Keine.
 
DF: Werden durch die Zusammenlegung Arbeitsplätze gestrichen?
 
Strauch: Im Gegenteil, die Schlagkraft wird verdoppelt. Die neue Vertriebs GmbH wir 15 Mitarbeiter in den Markt schicken.
 
DF: Hat die Zusammenlegung Auswirkungen auf die Rundfunk-Gebühren?
 
Strauch: Die öffentlich-rechtlichen Werbeeinahmen tragen zur Reduzierung der Gebührenhöhe bei. Ohne die kompensierend Wirkung der Werbeeinnahmen würden sich die Gebühren um rund 1,40 Euro erhöhen. Hinzukommt, daß auch die werbetreibende Wirtschaft an Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen interessiert ist, denn das Duopol der beiden großen kommerziellen ließe sonst keinen Wettbebewerb zu. Hinzu kommt eine Reihe interessanter Zielgruppen, die über ARD und ZDF zu erreichen sind.
 
DF: Herr Strauch, vielen Dank für das Gespräch.
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