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  • Kabel BW: Middleware ermöglicht bessere Unterstützung des Kunden

03.01.2009, 05:42 Uhr, mth

Leipzig - Der Einsatz proprietärer Systeme in den Kabelnetzen sorgt bei Kunden, Programmanbietern und Marktteilnehmern für Diskussionsstoff. DF sprach mit Martin Herkommer, Pressesprecher des Kabelnetzanbieters Kabel BW über das Thema.


Im Gespräch mit DIGITAL FERNSEHEN äußert sich Herkommer unter anderem über die zu befürchtenden Inkompatibilitäten und die Vorteile der von Kabel BW eingesetzten Middleware Mediahighway gegenüber MHP und Open TV.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Auf Grund der unterschiedlichen Verschlüsselungssysteme im Kabel kann die Box des Betreibers A nicht bei Betreiber B eingesetzt werden. Wie beurteilt Kabel BW diese Situation?
 
Martin Herkommer: Grundsätzlich ist es beim digitalen Fernsehen gelungen einen einheitlichen Übertragungsstandard mit DVB zu etablieren. Dies ist sicherlich eine gute Voraussetzung, um die gröbsten Inkompatibilitäten auszuschließen. Fast alle Infrastrukturen, bis auf die IPTV-Anbieter, nutzen diesen Standard, was maßgeblich zu kostengünstigen Settopboxen beiträgt. Da jedoch in dem Übertragungsstandard kein Signal - (Zugangs- und Kopierschutz) und Jugendschutz festgeschrieben wurde, entstanden bei den vielfältigen Markteilnehmern Lösungen, die gerne zur Differenzierung untereinander herangezogen werden.
 
Das gilt nicht nur für das Kabel, sondern auch für den Satelliten und sogar, international gesehen, für die terrestrische Übertragung. Beim Verbraucher kommen diese Gegebenheiten in erster Linie bei einem Umzug (mit Wechsel des Kabelanbieters) zum Tragen. Für die Situation, dass einer unserer Kunden umzieht, haben wir die Hersteller gebeten, eine Funktion zu integrieren, die selbständig Netzwerkparameter ausliest und sich ggf. die passende Software für das entsprechende Kabelnetz lädt. Dies ist derzeit bei dem Gerät Samsung "DCB-i560G" implementiert. Darüberhinaus bieten wir Neu-Kunden sehr attraktive Möglichkeiten zum Erwerb oder Mietkauf einer Settopbox.
 
Kabel BW unterstützt auch den CI Plus Standard, der in naher Zukunft eine für alle akzeptable Lösung darstellen sollte.

DF: Gleiches Ungemach droht den Verbrauchern, wenn im Kabel verschiedene Middleware-Lösungen eingesetzt werden sollten. Hier geht es dann nicht mehr nur um einfache Set-Top-Boxen sondern z. B. um PVR-Geräte, die dem Kunden entsprechendes Geld kosten. Gibt es von Seiten Kabel BW Bestrebungen, eine ähnliche Inkompatibilität, wie sie durch die verschiedenen Verschlüsselungssysteme besteht, zu verhindern?
 
Herkommer: Die zukünftige Verwendung einer Middleware verspricht einfachere Verhältnisse bezüglich Support der Kunden sowie bei der Fehlerbeseitigung und der Weiterentwicklung der Set-Top-Boxen-Funktionalität. Bei der heute vorherrschenden Settopboxen-Landschaft ist de Facto jedes Gerät eine Individualentwicklung. Entsprechend aufwändig sind der Support und die Integration neuer Funktionen und Dienste.
 
Grundsätzlich sorgt eine Middleware hierbei für eine vereinfachte Bedienung und größere Flexibilität. Redaktionssysteme erlauben den Herstellern sogar verschiedene Middlewarelösungen auf baugleichen Geräten einzuspielen. Auch für die Anwendungsprogrammierer gibt es Tools, die diese Programme auf die die jeweiligen Middlewarelösungen anpassen. Bei Kabel BW wurden im Auswahlprozeß dennoch Faktoren wie Verbreitung in Deutschland berücksichtigt. Die von uns ausgewählte Lösung Mediahighway von NDS ist ebenfalls bei Premiere Fernsehen und Telecolumbus im Einsatz. Wir sind auch überzeugt, daß durch eine optimale Verknüpfung der Middlewarelösung mit dem entsprechenden Verschlüsselungssystem eine hervorragende Lösung für unsere Kunden dargestellt werden kann und uns einfacher und schneller zukünftige Funktionserweiterungen umsetzen lassen wird.

DF: Führt Kabel BW mit dem Bundeswirtschaftsministerium Gespräche, um eine einvernehmliche Lösung in Sachen Middleware im Sinne des Verbrauchers zu finden?
 
Herkommer: Derzeit finden keine derartigen bilateralen Gespräche statt. Die vom BMWi initiierten Gespräche im Rahmen des Forums Digitale Medien kommen aufgrund unterschiedlicher Zielsetzungen aller Beteiligten, hierzu zählen insbesondere auch die öffentlich-rechtlichen und die privaten Sender, Infrastrukturbetreiber, Gerätehersteller und Verbraucherverbände nur schwer voran. Parallel läuft eine Studie des BMWi zum Thema Sicherung der Interoperabilität und wir warten gespannt auf die Erkenntnisse daraus und welche möglichen Konsequenzen daraus resultieren.
 
DF: Welche Vorteile sieht Kabel BW in Mediahighway im Vergleich zu OpenTV oder MHP?

Herkommer: Wir haben uns die unterschiedlichen Systeme intensiv angeschaut und unter anderen folgende Vorteile erkannt:
 
- bereits existierende Verbreitung von Mediahighway in Deutschland und damit Synergien mit den entsprechenden Betreibern
 
- nahtlose Integration unserer CA-Struktur mit den entsprechenden Signalschutz- und Jugendschutztechnologien
 
- vielfältige, bereits vorhandene Applikationen für PVR, interaktive Dienste, VoD, etc.
 
- Vorteile im Betrieb durch hervorragende Integration der zentralen Signalaufbereitung für die Set-Top-Boxen mit Middleware
 
- Offene Schnittstellen, z.B. auch für MHP, die die unabhängige Entwicklung von Applikationen erlauben und somit deutlich schneller attraktive Erweiterungen ermöglichen
 
DF: Führt Kabel BW Gespräche mit öffentlich-rechtlichen und/oder privaten Programmanbietern, welche Möglichkeiten sich für diese durch Mediahighway ergeben?
 
Herkommer: Die ersten Vorabinformationen wurden bereits in bilateralen Gesprächen und im Rahmen der Verbände ausgetauscht. Noch ist es jedoch zu früh um konkrete Projekte zu besprechen.
 
DF: Welche Vorteile bietet eine Middleware für den Kunden?
 
Kunden werden zukünftig einen besseren Support erfahren und bei einem Wechsel des Endgerätes die gleiche, einfache Menüstruktur und Bedienung vorfinden. Darüberhinaus streben wir eine schnellere Markteinführung neuer Technologien an (HD, PVR, etc.). Vor allem dürfen sich die Kunden auf Möglichkeiten freuen, ihre Middleware-Geräte durch neue Anwendungen und Programme zu erweitern. Die Möglichkeiten reichen von einem intelligenten, elektronischen Programmführer über VoD-Angebote zu einer weiteren Integration von Interaktivität, TV und Internet sowie der zentralen Verwaltung und Verteilung von Musik, Filmen und Photos und der Darstellung auf den unterschiedlichsten Endgeräten im Haushalt bis hin zur unmittelbaren Beteiligung am laufenden Programm, Bildtelefonie und gemeinsame interaktive Spiele oder Treffen in virtuellen Räumen.
 
DF: Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.
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Blue7Blue7

#1 AW: Kabel BW: Middleware ermöglicht bessere Unterstützung des Kunden

geschrieben am 3.1. 2009 um 10:00
Klar, ein Standart bringt aber nur was wenn man sich auch an ihn hält. Das macht KabelBW aber nicht. Sie murksen lieber rum.
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GorconGorcon

#2 AW: Kabel BW: Middleware ermöglicht bessere Unterstützung des Kunden

geschrieben am 3.1. 2009 um 10:15
Das ist es ja, Kabel-BW hällt sich eben an den Standart und nicht an den Standard.
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solid2000solid2000

#3 AW: Kabel BW: Middleware ermöglicht bessere Unterstützung des Kunden

geschrieben am 3.1. 2009 um 10:57
Natürlich alles nur zum Wohle des Kunden!
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TelefroschTelefrosch

#4 AW: Kabel BW: Middleware ermöglicht bessere Unterstützung des Kunden

geschrieben am 3.1. 2009 um 12:32
Wozu einen PVR kaufen wenn seine Hauptfunktion, die Aufnahme, teilweise glatt entfällt? TV-Aufzeichnungen funktionieren seit den 70`ern und nun verkauft man uns Kundenunfreundlichkeit im Digitalzeitalter als Fortschritt. Programme die man nicht aufnehmen kann werden von mir jedenfalls nie abonniert. Für eine sichere Verschlüsselung habe ich Verständnis, für Gängelung des Verbrauchers und Behinderung des Wettbewerbs allerdings nicht.
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liebe_jungliebe_jung

#5 AW: Kabel BW: Middleware ermöglicht bessere Unterstützung des Kunden

geschrieben am 3.1. 2009 um 12:47
Mhhhh, die sechste "Middleware" News innerhalb von 10 Tagen. Scheint so als habe man in der News Redaktion ein neues Wort entdeckt!
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