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  • Gerpott: "Die Kosten für IPTV werden weiter deutlich sinken"

13.03.2009, 02:30 Uhr, ar

Leipzig - Über die derzeitige und zukünftige Entwicklung von Fernsehen über das Internet (IPTV) sprach DIGITAL FERNSEHEN mit Prof. Torsten Gerpott. Er ist Inhaber des Lehrstuhls Unternehmens- und Technologieplanung mit Schwerpunkt Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.


"Ein weiterer, vierter Verbreitungsweg für TV-Inhalte ist aus Zuschauersicht vorteilhaft, weil er zur Erhöhung der Angebotsvielfalt und zu besseren Leistungs-Preis-Relationen durch ein Mehr an Wettbewerb beitragen kann", sagt Prof. Gerpott zum prognostizierten Nutzeranstieg von IP-Fernsehen.

DIGITAL FERNSEHEN: Herr Prof. Gerpott, die Management-Beratung Detecon, ein Tochterunternehmen der T-Systems, der Geschäftskundenmarke der Deutschen Telekom (DT), prognostiziert bis zum Jahr 2013 mehr als fünf Millionen IPTV-Nutzer. Ist diese Prognose aus Ihrer Sicht berechtigt?
 
Prof. Torsten Gerpott: Die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens dieser Vorhersage hängt von zwei Faktoren ab. Erstens den Endkundenpreisen der DT für die TV-Angebote an ihre DSL-Kunden. Zweitens den Marketing-Aufwand, den der Bonner Konzern betreibt, um die Nutzer für die eigenen DSL-basierten TV-Angebote zu bekommen.
 
Je nachdem wie sich die DT hier verhält, kann sie bis Ende des Jahres 2013 die Zahl von fünf Millionen Kunden für ihr TV-Angebot erreichen oder nicht. In jedem Fall entsprechen diese fünf Millionen Kunden einem Anteil von etwa 14 Prozent der TV-Haushalte in Deutschland. Ein solcher Anteil nach acht Vermarktungsjahren ist nicht gerade ein Indiz dafür, dass die DT mit ihren TV-Angeboten über das Internet einen "Hero Service" gestartet hat.
 
DF: Begrüßen Sie den prognostizierten Nutzeranstieg von IPTV? Wenn ja, warum?
 
Prof. Gerpott: Ein weiterer, vierter Verbreitungsweg für TV-Inhalte ist aus Zuschauersicht vorteilhaft, weil er zur Erhöhung der Angebotsvielfalt und zu besseren Leistungs-Preis-Relationen durch ein Mehr an Wettbewerb beitragen kann.
 
DF: Wo liegt aus Ihrer Sicht der Mehrwert von IPTV gegenüber digitalem Fernsehen über Kabel (DVB-C) oder Satellit (DVB-S)?
 
Prof. Gerpott: So lange wie erst eine Minderheit der Kabel-TV-Kunden an digitalisierte Netze angeschlossen ist (derzeit in Deutschland weniger als 25 Prozent der Kabel-TV-Haushalte), können mit DSL-basierten TV-Plattformen Differenzierungsvorteile durch Angebote wie zeitversetztes Fernsehen, Video-on-Demand oder Quasi-Videorecorder im Netz gegenüber dem Kabel erzielt werden. Wenn die Digitalisierungslücke im Kabel geschlossen ist, dann sind solche Angebote auch für Kabelkunden machbar und die Wettbewerbsvorteile von DSL-basiertem TV schwinden. Gegenüber der digitalen Satellitenverbreitung bleiben sie jedoch auch auf längere Sicht bestehen.
 
DF: Wenn es einen Mehrwert gibt, was können die Kabelnetzbetreiber und Anbieter von Satellitenfernsehen tun, um diesen zu kompensieren?
 
Prof. Gerpott: Die Kabelnetzbetreiber müssen die Digitalisierung ihrer Netze beschleunigen und neue digitale Angebote intelligenter als bislang ihren Bestandskunden schmackhaft machen. Anbieter von Satellitenfernsehen sollten andere Zielgruppen adressieren als die Telekom-Firmen mit ihren DSL-basierten Rundfunkdiensten.
 
DF: Zum 9. März will T-Home - vorerst befristet bis zum 30. Juni - die Preise für sein IPTV-Angebot "Entertain" um zehn Prozent senken. Wie werden sich Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren die Kosten für IPTV entwickeln?
 
Prof. Gerpott: Sie werden weiter deutlich sinken. Zudem geht der Trend zur Preisbündelung, d.h. es werden Pakete aus schnellen Internet-Zugängen, Telefonanschlüssen und TV-Inhalten zu einem Gesamtpreis vermarktet, bei dem für den Endkunden letztlich nicht erkennbar ist, welche Leistung mit welchem Einzelpreis in das Bündel eingeht.
 
DF: Werden bei steigender Kundenanzahl die Kosten für das Produkt IPTV sinken?
 
Prof. Gerpott: Ja, natürlich gibt es Fixkostensenkungswirkungen, wenn die Kosten für gekaufte Rechte an Inhalten auf eine größere Kundenzahl verteilt werden können.
 
DF: Herr Prof. Gerpott, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.
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hansge1hansge1

#1 AW: Gerpott: "Die Kosten für IPTV werden weiter deutlich sinken"

geschrieben am 13.3. 2009 um 12:03
Bevor die Technik nicht richtig ausgereift ist , kommt mir kein IPTV ins
Haus .

Bei uns in den T-Home Läden benutzt man z.b.ein kleinen LCD
Fernseher als Anschauung , um den Pixelbrei bei einen größeren
nicht zu sehen .

Gruß
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dezimadezima

#2 AW: Gerpott: "Die Kosten für IPTV werden weiter deutlich sinken"

geschrieben am 13.3. 2009 um 15:10
Ich habe jetzt 2 Jahre IPTV und kann mir nichts besseres mehr vorstellen. Übrigens weil ich überzeugt bin, schmückt mein Wohnzimmer seit Weihnachten ein 47er Zoller. Ausserdem habe ich aufgerüstet auf 3 Mediareveiver. HDTV ist einfach supergeil. Ich versäume keine Sendung mehr die ich sehen möchte. Live-Tv gibt es bei mir nur beim Fußball.
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SchwarzerLordSchwarzerLord

#3 AW: Gerpott: "Die Kosten für IPTV werden weiter deutlich sinken"

geschrieben am 13.3. 2009 um 15:11
Schön wäre es ja, alleine fehlt den meisten Bürgern die technische Möglichkeit, sprich mind. mal volle 6000er DSL-Leitung, um sich auch nur mit dem Gedanken anzufreunden. Ganz zu schweigen von 16000er oder VDSL!
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dezimadezima

#4 AW: Gerpott: "Die Kosten für IPTV werden weiter deutlich sinken"

geschrieben am 13.3. 2009 um 15:28
Der Entwicklung braucht seine Zeit. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Ich hatte Glück und wohne in einer Großstadt und fing an mit DSL 1000, hatte mich gesteigert auf DSL 2000 und nach Bereitstellung auf DSL 6000. Im Sommer 2006 wollte ich als Fußballfreak beim Start von VDSL unbedingt dabei sein und seit März 2007 habe ich VDSL. Für mich gibt es nichts Besseres.
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SchwarzerLordSchwarzerLord

#5 AW: Gerpott: "Die Kosten für IPTV werden weiter deutlich sinken"

geschrieben am 13.3. 2009 um 15:37
Es macht in der Tat einen Riesenunterschied, ob man in einer Großstadt wohnt oder in einer anderen Region.
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