Übermittlung Ihrer Stimme...
Es liegen noch keine Bewertungen vor. Vergeben Sie einen bis fünf Sterne.

  • Private Kabelanbieter fordern Neuausrichtung der Digitalisierungspolitik

10.02.2006, 16:06 Uhr, mg

Berlin/ Bonn - Die Anga und der Deutsche Kabelverband möchten eine Änderunge der Rahmenbedingungen erwirken, damit die Kabelnetze nicht mehr gegenüber anderen Infrastrukturen benachteiligt werden.


Mit diesem Appell wandten sich die Kabelverbände anlässlich heute in Berlin stattfindenden Auftaktveranstaltung der Bund-Länder-Initiative "Forum Digitale Medien" an die Politiker.

Die Kabelverbände weisen zum Neustart der Initiative auf die besondere Bedeutung der Kabelnetze für die Weiterentwicklung der Medien- und Telekommunikationsmärkte hin. Denn nur das TV-Kabel ist in Lage, bei allen künftigen Breitbanddiensten den Wettbewerb gegenüber dem Netzmonopol der Deutschen Telekom zu sichern. "Das Breitbandkabel ist die einzige unabhängige Netzinfrastruktur, die der Telekom bundesweit Paroli bieten kann. Wie wichtig das gerade für künftige Breitbandmärkte ist, zeigt die aktuelle Diskussion um die Regulierung der neuen Glasfaserstrecken der Deutschen Telekom", so Dr. Ralf Heublein, Geschäftsführer des Deutschen Kabelverbandes.
 
Um dieses Potenzial mit allen positiven Wirkungen für den Arbeitsmarkt zu entfalten, bedarf es aber einer schnellstmöglichen Änderung der regulatorischen Rahmenbedingungen, die die Kabelnetze bislang gegenüber anderen Infrastrukturen benachteiligen. Das gilt vor allem für das Urheberrecht. Derzeit sind die Kabelnetzbetreiber mit einem umfassenden "Verbotsrecht" der Programmveranstalter und Verwertungsgesellschaften konfrontiert. Dr. Peter Charissé, Hauptgeschäftsführer der Anga Verband Privater Kabelnetzbetreiber: "Das geltende Urheberrecht gewährleistet keine fairen Verhandlungen, sondern macht die Kabelnetzbetreiber erpressbar. Der Gesetzgeber muss die laufende Novelle des Urheberrechtsgesetzes nutzen, um "waffengleiche" Verhandlungsbedingungen zu schaffen; das "Verbotsrecht" muss entfallen oder auf einen Vergütungsanspruch zurückgeführt werden."

Dringender Änderungsbedarf besteht auch bei der Regulierung der Kabelnetze durch die Landesmediengesetze, so die Kabelverbände. Sie kritisieren zudem die Privilegierung der terrestrischen Übertragungswege, insbesondere des digitalen Antennenfernsehens (DVB-T). Laut Charissé sind die insgesamt über 380 Millionen Euro pro Jahr, die ARD und ZDF mit Zustimmung der Landespolitik für die terrestrische Verbreitung ihrer Fernseh- und Hörfunkprogramme ausgeben dürfen, "eine absurde Verschwendung von Rundfunkgebühren, gerade wenn man bedenkt, dass die wesentlich umfangreichere Verbreitung über Kabel nur einen Bruchteil dieser Kosten verursacht." Dabei fehle der Terrestrik mangels Rückkanalfähigkeit jegliches Potenzial zu interaktiven Breitbanddiensten und führe deshalb technologisch in die Sackgasse.
 
Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland nach wie vor über 50 Prozent der Fernsehhaushalte ihre Programme über einen Kabelanschluss empfangen - und mit Blick auf die vorgenannten Missstände - halten es die Kabelverbände für wirtschaftspolitisch fatal, wenn auch das neue Gesprächsforum von Bund und Ländern den Fokus auf den Ausbau von DVB-T und anderen Nischenangeboten legen sollte.
  •  drucken 
  •  empfehlen 
  •  merken
  •  abonnieren 
  • Gefällt mir
Die Kommentarfunktion ist noch nicht aktiviert.
  • Spannende Hintergrundthemen
Tim & Struppi
Entertainment
Steven Spielbergs computeranimierter Blockbuster "Die Abenteuer von Tim und Struppi" erfüllte sämtliche Erwatungen an den Kinokassen und wird auch bald auf Blu-ray für Furore sorgen. "Tim und Struppi"-Fans, die nichts anderes als Blu-rays in ihren Player schieben, müssen sich allerdings noch etwas gedulden, bis das optisch herausragende Abenteuer... mehr... 
Nutzung mehrerer IPTV-Receiver
Digital-TV
DVB-T, Satelliten- und Kabel-TV-Empfang unterscheiden sich in einem grundlegenden Punkt von IPTV. Bei DVB-T, DVB-S und DVB-C werden stets alle Programme gleichzeitig übertragen, woraus sich der Verbraucher den Sender aussucht, den er gerade sehen will. Dies erfordert jedoch sehr hohe Übertragungsbandbreiten. Da die Stationen jedoch von beliebig... mehr... 
Bestandteile einer Satellitenanlage
Digital-TV
Zu einer Satellitenanlage gehört eine Offsetantenne – besser bekannt als Satellitenschüssel oder Sat-Spiegel, ein LNB, ein Digitalreceiver, Koaxialkabel und natürlich das Fernsehgerät.  mehr... 
Blu-ray-Herstellung
Entertainment
Die Pressung einer Blu-ray kostet weniger als einen Euro. Doch hinter diesem niedrigen Materialpreis steckt eine Präzisionsarbeit, deren Komplexität man sich kaum bewusst ist. Dass Sony DADC in Sachen Blu-ray-Produktion Marktführer ist, dürfte niemanden wirklich überraschen. Um hinter das "Geheimnis" der Herstellung einer Scheibe zu kommen,... mehr... 
Anzeige
Digital-TV Jetzt!
Bild: Auerbach Verlag

Der analoge Satellitenempfang in Deutschland ist seit dem 30. April abgeschaltet. Was Sie jetzt tun müssen und alle Informationen zur Digital-TV-Umstellung hat DIGITALFERNSEHEN.de zusammen mit den Partnern Astra, Loewe und Televés für Sie zusammengestellt. Lesen Sie mehr...
Beliebteste Meldungen
Leserwahl 2012
Bild: Auerbach Verlag

Die Leserwahl von DIGITALFERNSEHEN.de und den Zeitschriften AUDIO TEST, DIGITAL FERNSEHEN, HD+TV, DIGITAL TESTED, BLU-RAY MAGAZIN und SATELLIT ist entschieden. In 30 Kategorien haben unsere Leser die Produkte des Jahres 2012 gekürt. Alle Gewinner und mehr...
DIGITALFERNSEHEN.de auf iPad und iPhone
Bild: Auerbach Verlag

DIGITALFERNSEHEN.de erobert Smartphones und Tablet-PCs - Details zu unserer Gratis-App sowie Facebook, Twitter und Co. mehr...
Finden Sie uns auf Facebook