Eins Plus bereist Azoren und Madeira

19.04.2009, 13:42 Uhr, cg

Stuttgart - Neun Inseln mitten im Atlantik, Vulkane und Kraterseen, bizarre Felsformationen und Steilküsten - Eins Plus bereist die Azoren und Madeira, zeigt Brauchtümer und Naturwunder.


Madeira, die Blumeninsel unweit der Azoren, wird dank des milden Klimas von einem bunten Blütenteppich überzogen. Die immergrünen Inseln im Atlantik sind am 3. Mai ab 17 Uhr in Eins Plus zu sehen.
 
"Die Azoren - Die Töchter des Meeres", Film von Florian Guthknecht, Sendetermin: Sonntag, 3. Mai, 17 Uhr

Es gibt kaum eine Region in Europa, in der Werden und Vergehen so spürbar, die menschliche Existenz so vergänglich erscheint wie auf den Azoren. Seit vier Millionen Jahren reiben sich die gewaltigen tektonischen Platten Amerikas und Europas im Atlantischen Rücken unter den Azoren. Überall dampft und zischt es aus der Erde. Die unbezähmbare Natur ließ auf dem schwarzen Gestein schnell üppige Pflanzen wuchern und schuf neun grüne Inseln mitten im endlosen Blau des Atlantiks, 1 500 Kilometer vom portugiesischen Mutterland entfernt. Auf den Inseln sind alte portugiesische und spanische Forts zu finden. Ein verlassener Flughafen der ersten Atlantikflieger, verwahrloste Felder und leere Häuser der Ausgewanderten sind Zeugen einer sich rasch wandelnden Welt.
 
Aus den landschaftsprägenden Windmühlen wurden Windkraftwerke, und aus manchem toten Dorf wurde seit dem Anschluss Portugals an die EU eine lebendige Stadt. Der beginnende Tourismus hat aber auch die ersten Hotelburgen mit sich gebracht. Daniele Martiniano ist Symbol der Veränderungen auf den Azoren: Als Kind erlebte er den schrecklichsten Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts. Weil er nicht auf dem Feld arbeiten wollte, war er mit 14 Jahren der jüngste Walfänger, der je in einem der typischen kleinen Ruderboote saß. Er war dabei, als 1988 der letzte Wal auf den Azoren harpuniert wurde. Jetzt arbeitet der 59-Jährige wieder wie seine Vorfahren in den winzigen Weinfeldern im Lavagestein des Pico, dem höchsten Berg Portugals: ein archaisches Leben in einem Land, in dem es genauso viele Menschen wie Rinder gibt. Ein Film über die Azoren und die Menschen, die dort leben.
 
"Madeira - Wildnis im Atlantik", Film von Kurt Mündl, Sendetermin: Sonntag, 3. Mai, 17.45 Uhr
 
Vor 600 Jahren lebte auf Madeira noch kein einziger Mensch. Holzeinschlag, Weinanbau, Zuckerrohrpflanzungen und in jüngerer Zeit Tourismus haben seitdem das Gesicht der Insel verändert. Doch einen Rest ihrer Ursprünglichkeit hat sie sich bis heute bewahren können. Im immer noch größten Regenwald Europas überlebten über 1 000 Jahre alte Mahagonibäume, auf den zum Archipel Madeiras gehörenden Inseln jagen Riesentaranteln Eidechsen und in den Buchten finden Mönchsrobben, die bedrohten Wirbeltiere der Welt, letzte Refugien. Der Film porträtiert die Tierwelt der Atlantikküste und erzählt die Geschichte ihrer Wandlung von einer Urwaldinsel zur Urlaubsinsel.
 
"Azoren - Grüne Gipfel im Atlantik", Sendetermin: Sonntag, 3. Mai, 18.30 Uhr
 
Ein Stück Europa im Atlantik. Von hier kommt das Hoch her, das jeder liebt. Hier gart der Eintopf im Vulkan, der Stier überlebt den Kampf, und Blumenteppiche führen zum Meer. Neun Inseln mitten im Atlantik. Jede ist anders, jede einzigartig. Alpenlandschaft mit Kraterseen, Stierkämpfe ohne Blut, Essen aus dem Vulkan - auf den Azoren ist alles ein wenig anders als anderswo: spannender, sympathischer, skurriler.
 
"Madeira - Insel der Blumen", Sendetermin: Sonntag, 3. Mai, 19.15 Uhr
 
Madeira ist Europas immergrüne Insel im Atlantik. Das Klima, lauer Sommer und milder Winter, sorgt für das üppige Blumenmeer der Insel, und schon Kaiserin Sissi reiste dorthin, um ihre Krankheit zu kurieren. Antonio Abreu züchtet auf Madeira seit 40 Jahren Pflanzen. Mit einem alten Regenschirm marschiert er durch sein Gewächshaus, weil seine selbst ausgetüftelte Sprinkleranlage über die Levadas, das traditionelle Kanalsystem der Insel, mit Wasser aus den Bergen versorgt wird.
 
Auf den steilen Serpentinen der bergigen Insel trifft man auf Korbschlittenfahrer. Früher brachten die weiß gekleideten Männer mit ihren urigen Holzgefährten Obst und Gemüse ins Tal, heute chauffieren sie Touristen. Belmaria und Francisco Audeno nutzen ein für Madeira ungewöhnliches Fortbewegungsmittel. Sie fahren mit der Seilbahn, um ihre direkt am Meer gelegenen Beete zu bestellen. Ihr Garten befindet sich unterhalb einer steilen Felswand und bei starkem Passatwind ist die Gondelfahrt eine recht abenteuerliche Angelegenheit. Alle zwei Wochen bringt ein Schiff der Marine Wildhüter zu den Ilhas Desertas. Dann ist Schichtwechsel auf den unbewohnten Wüsteninseln, die so ganz anders sind als die berühmte Blumeninsel Madeira.
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