Hessischer Rundfunk baut HDTV-Playout-Center für die ARD auf

17.04.2009, 10:29 Uhr, mg

Frankfurt/Main - Bei der ARD nehmen die Vorbereitungen für den HDTV-Start der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten mittlerweile Fahrt auf.


Der Hessische Rundfunk, der auch den "ARD-Stern" betreibt, über den die ARD das Bildmaterial von den verschiedenen Sendeanstalten zusammenführt, baut derzeit eine neue HDTV-fähige zentrale Sendeabwicklung auf, das so genannte HDTV-Playout-Center.
 
Das bestätigte Jörg-Peter Jost, Bereichsleiter Zentraltechnik des Senders, auf Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN. Dazu wird in der zentralen Sendeabwicklung eine komplett neue Technikstrecke mit Geräten der Thomson-Tochter Grass Valley errichtet.

Der Aufbau des neuen Sendezentrums soll Anfang August abgeschlossen sein, so dass die Technik bei den HDTV-Tests zur Leichtathletik-WM im Sommer 2009 in Berlin zum Einsatz kommen kann. Von Frankfurt am Main aus werden die von den ARD-Anstalten zum Playout-Sender gelieferten HDTV-Signale via Uplink zum Satelliten (Astra 19,2 Grad Ost) gesendet, der sie über den ARD-Transponder 11 abstrahlt.
 
Auf dem gleichen Transponder befindet sich auch das Programm von Arte. Auch das gelangt über den Frankfurter Uplink der ARD zum Satelliten.
 
Da der Aufbau des neuen HDTV-Playout-Centers im gleichen Raum vonstatten geht, in dem sich auch das derzeitige Sendezentrum befindet, spricht Jost von einer Operation am "offenen Herzen", denn trotz der Umbauarbeiten dürfe der laufende Sendebetrieb nicht gestört werden.
 
Von der bisher eingesetzten Technik könne faktisch kaum etwas verwendet werden, denn die Signalwege im HDTV-Playout-Center sind für eine Signalverarbeitung von 1,5 Gigabit pro Sekunde ausgelegt. Das derzeit in Betrieb befindliche Center verarbeitet lediglich bis zu 207 Megabit Daten pro Sekunde.
 
Zu den Kosten des Umbaus wollte Jost keine Angaben machen. Die ARD hatte bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) Gelder für die Umstellung auf HDTV angemeldet, die Kommission diese Gelder bewilligt. Aus diesem Topf würde auch die Aufrüstung des Playout-Centers in Frankfurt bezahlt.
 
Für die Einführung von HDTV hat die KEF der ARD für die laufende Gebührenperiode 2009-2012 ein Entwicklungsprojekt bewilligt. Darin ist ein Investitionsvolumen in Höhe von 89,5 Millionen Euro für alle Rundfunkanstalten der ARD enthalten.
 
Der offizielle Regelbetrieb von "Das Erste HD" soll mit den Olympischen Winterspielen 2010 beginnen. Die Umstellung weiterer Programme, so u.a. der Dritten, werde allerdings noch eine geraume Zeitspanne in Angriff nehmen, sagte Jost.
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