Analogabschaltung der TV-Sender: Ende 2010 nicht mehr machbar

25.05.2009, 18:18 Uhr, fp

Leipzig - TV-Sender und Infrastrukturbetreiber ringen um einen gemeinsamen Abschaltzeitpunkt der analogen TV-Signale. Der angepeilte Termin Ende 2010 ist nach DF-Informationen nicht mehr haltbar.


Sowohl die öffentlich-rechtlichen Programme, die RTL-Gruppe und Kabel Deutschland bestätigten gegenüber DIGITAL FERNSEHEN Gespräche über eine koordinierte Abschaltung der analogen Ausstrahlung.

Der Satellit könne jederzeit analog abschalten, so der Tenor der Beteiligten. Doch einige deutsche Kabelnetzbetreiber hätten dann Probleme mit der Zuführung der analog abgeschalteten Programme an ihre Kunden. "Das Problem liegt im Kabel", nennt ZDF-Produktionsdirektor Dr. Andreas Bereczky im DF-Gespräch die aktuellen Schwierigkeiten.
 
"Reanalogisierung" heißt deshalb das Zauberwort, das derzeit die Runde macht. Dabei werden bei einer reinen Digitalzuführung der Programme durch den Satelliten die Digitalprogramme wieder in analoge umgewandelt und dann an den Kunden weiterverbreitet. So entstehen Kosten für den Kabelnetzbetreiber, der sogenannte "Transcoder" einbauen muss, um die digitalen Programme wieder zurück aus der Zukunft zu holen. Diese müssen in die Schaltzentralen der Netze eingebaut werden, die die Netzbetreiber vielfach noch von der Telekom gemietet haben. Zutritt dazu gibts nur gegen Bares.
 
Und hier ist ein wichtiger Knackpunkt für die Beteiligten: Die Netzbetreiber wollen diese Investitionen am liebsten von den Sendern mitfinanzieren lassen. Dabei geht es allein bei Deutschlands größten Kabelnetzbetreiber angeblich um Beträge von rund 20 Millionen Euro, welche die Sender mittragen sollen aber nicht wollen.
 
"Das ZDF beteiligt sich grundsätzlich nicht an notwendigen Investitionen der Infrastrukturbetreiber", macht das ZDF im Gespräch mit DF klar. RTL bezeichnet die derzeitigen Gespräche als "mögliche Wechselwirkungen", die ARD möchte sich gegenüber den Kabelnetzbetreibern "vertragskonform verhalten", also auch hier kein Bekenntnis zu einer Kostenbeteiligung.
 
"Vertragskonformität" jedoch dürfte Kabel Deutschland freuen. Denn in München steht man auf dem Standpunkt, dass es vertraglich gesichert ist, dass die Sender "die anfallenden Kosten für einen Wechsel der Einspeisung tragen", so KDG-Sprecher Marco Gassen zu DIGITAL FERNSEHEN.
 
Die Sender sparen mit der analogen Abschaltung Millionenbeträge für die Übertragung Ihrer Kanäle.
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