Virus bedroht Plasma-Fernseher

01.04.2006, 09:37 Uhr, fp

Tokio - Ein neuartiger Technikvirus hat es auf die Elektronik von Plasma-TVs abgesehen - Japan stoppt ab sofort Handel mit Flachbildfernsehern.


Das so genannte HD-Virus hat es nach Informationen von DIGITAL FERNSEHEN auf die Phosphorkammern in Plasmafernsehern abgesehen. Die winzigen Erreger dringen dabei über den Transistor in die mit Neon oder Xenon gefüllten Kammern ein und zersetzen dabei die Phosphor-Leuchtstoffe.

Wie ein Mitarbeiter der japanischen Xiao-Ming-Universität gegenüber DF bestätigte, sind jedoch nur die Farben Blau und Grün betroffen. Das Virus - in Expertenkreisen auch "Plasmalaus" genannt - verschmähe die Farbe Rot. Erste Anzeigen der Laus sind kleine Pixelfehler, die sich schließlich binnen weniger Tage kreisrund auf das gesamte Display ausbreiten (roter Punkt auf dem Bild). Man könne nach einem "Angriff" aber immerhin noch die Rottöne sehen, was den Wert des Fernsehers nach Angaben von Versicherungsexperten nur um zwei Drittel senke. Eine Nachfrage bei der Allianz über geplante Entschädigungsmaßnahmen für die betroffenen Versicherten ergab bisher keine Ergebnisse.
 
Über den Weg der Verbreitung sind sich Experten noch uneins. Während einerseits eine Infizierung durch Powerline-Zugänge erwogen wird, sehen andere Wissenschaftler die mittlerweile stark nachlassende Übertragungsqualität als Ursache. Der HD-Virus würde demnach als Bitfehler getarnt direkt vom Satelliten-Playoutcenter in die Haushalte übertragen. Mangelnde Filter in Kabelkopfstationen und DVB-T-Sendern machen auch die Zuschauer angreifbar, die gar keine Sat-Anlage besitzen.
 
Wirksame Gegenmittel sind bisher noch nicht bekannt. Weder das Vogelgrippemittel Tamiflu noch eine Reinigung der Netz- und Antennenkabel haben eine Wirkung gezeigt. Experten raten, in den Farbeinstellungen der Plasmafernseher den Rotanteil zu erhöhen, da dies eventuell den Erreger abschreckt. Bisher ist ein Übergreifen auf LCD- und Röhrenfernseher nach DF-Informationen auszuschließen.
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