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  • LG: "Gamer und Heimkino-Enthusiasten sind für 3D wichtige Klientel"

06.10.2009, 02:33 Uhr, ar

Leipzig - Über das Zukunftsthema dreidimensionales TV sprach DIGITAL FERNSEHEN mit Peter Koch, Product Manager Home Entertainment Strategic Marketing bei LG.


"Derzeit werden für das massenmarkttaugliche 3D-Fernsehen noch Standards und Normen festgelegt, was voraussichtlich bis Ende diesen Jahres abgeschlossen sein wird", sagt Peter Koch. "Sobald diese Normen feststehen, sind wir bei LG sofort bereit, auch ein breites Publikum mit unseren 3D-Lösungen zu bedienen", so der Produktmanager.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Derzeit ist das Thema 3D in aller Munde. Welches sind Ihre Innovationen für die dreidimensionale Welt?
 
Peter Koch: Auf der IFA haben wir in diesem Jahr insgesamt drei verschiedene Arten von 3D-Technologien vorgestellt. Zum einen die Kombination aus zwei Full-HD-Beamern für den Highend-Bereich sowie eine LCD-TV-Lösung, zum anderen eine Variante mit einem Plasma-TV.
 
Die beiden ersten funktionieren mit herkömmlichen zirkularen Polfiltern, die Plasma-Lösung arbeitet hingegen mit aktiven Shutter-Brillen, um dreidimensionale Bilder zu erzeugen. Diese Brillen funktionieren mithilfe einer integrierten Elektronik, bei der die wechselseitige Abblendung der Augen entsprechend der schnell wechselnden Bildfolgen sehr hoch getaktet ist. Um bei 3D das Gefühl zu bekommen, selbst mitten im Geschehen zu sein, ist ein eigenes 3D-Projektions-Heimkino natürlich immer noch die beste Lösung.
 
DF: Was versprechen Sie sich von der derzeitigen Entwicklung hin zu 3D?
 
Koch: Gerade bei der Projektionsvariante versprechen wir uns in erster Linie ein noch realistischeres Heimkino-Vergnügen durch 3D. Vor allem die PC- und Konsolen-Gamer stellen für uns eine wichtige Klientel dar, da man dank ausgefeilter 3D-Technik nun auch mit Hilfe des Bildes direkt ins Geschehen versetzt wird.
 
DF: Welche Zielgruppen wollen Sie mit 3D-Technik erreichen?
 
Koch: Wie bereits oben erwähnt, spielen die Gamer für diesen Bereich eine wichtige Rolle. Aber auch echte Heimkino-Enthusiasten gehören zu den Early Adopters dieser Technologie. Mit wachsenden 3D-Inhaltsangeboten auf Blu-ray, bei Spielen und TV-Sendern wird 3D sukzessive auch den Massenmarkt erobern.
 
DF: Wann wird Ihre 3D-Technik für das Massenpublikum reif sein?
 
Koch: LG beschäftigt sich auf dem professionellen Sektor bereits seit Jahren mit 3D-Darstellung. So gibt es beispielsweise großformatige Monitore, die auch ohne Brille funktionieren. Diese kommen etwa in der Fahrzeugentwicklung und Medizintechnik zum Einsatz. Derzeit werden für das massenmarkttaugliche 3D-Fernsehen noch Standards und Normen festgelegt, was voraussichtlich bis Ende diesen Jahres abgeschlossen sein wird. Sobald diese Normen feststehen, sind wir bei LG sofort bereit, auch ein breites Publikum mit unseren 3D-Lösungen zu bedienen.
 
DF: Benötigen Zuschauer für Ihre Innovation eine 3D-Brille?
 
Koch: Ja. Anders als im professionellen Bereich hat der Zuschauer beim Fernsehen zuhause meist keine feste Position vor dem Bildschirm. Er dreht sich, steht auf, geht im Raum umher. Bei Technologien ohne Brille würde das 3D-Bild bei Blickwinkel-/Abstandsänderungen abreißen und unscharf werden. Anders bei den bewährten Brillentechnologien, ist hier ein komfortables und stetiges 3D-Erlebnis für viele Zuschauer möglich. Der Zuschauer ist flexibel - daher setzt LG in Punkto Heimkino & TV auf die bewährte Brillentechnik.
 
DF: Neben 3D-TV-Geräten sollen auch entsprechende Blu-ray-Player für 3D-Filme ab dem kommenden Jahr verfügbar sein. Ab wann, denken Sie, wird es in Deutschland auch dreidimensionales Fernsehen geben?
 
Koch: Ein großer Prozentsatz der aktuellen Kinofilme wird bereits jetzt in 3D-Qualität gedreht. Vor allem bei den animierten Filmen ist dies der Fall. Das heißt, dass bereits jetzt viel Material vorhanden ist, welches man für das deutsche Fernsehen verwenden kann. Kostenpflichtiges 3D-Fernsehen für Kinofilme könnte es daher schon im kommenden Jahr geben.
 
Wann die öffentlich rechtlichen und die privaten Sender folgen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht absehbar. Die Akzeptanz des Publikums wird sich unter anderem bei den Abverkäufen im Blu-ray-Sektor zeigen. Entsprechende Blu-ray-Player zur Darstellung von 3D-Inhalten wird LG bereits im nächsten Jahr auf den Markt bringen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Geräten werden diese mit HDMI 1.4 ausgestattet sein und sich vor allem durch eine deutlich gesteigerte Übertragungsbandbreite auszeichnen.
 
DF: Was kosten die 3D-Geräte in Ihrem Hause?
 
Koch: Auch das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer zu sagen. Vor allem bei der Kombination aus zwei Beamern wird 3D-Fernsehen eher im hochpreisigen Segment anzusiedeln sein. Die 3D-Lösungen mit LCD- und Plasma-Geräten hingegen werden, nachdem sie sich am Markt etabliert haben, durchaus auch für ein breiteres Publikum erschwinglich sein.
 
DF: Herr Koch, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.
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